Augsburg l Rotterdam, 8. Mai 1974. Der FCM holt durch einen 2:0-Sieg gegen den AC Mailand den Europapokal der Pokalsieger. Markus Weinzierl (39) hat ihn knapp verpasst. Der Cheftrainer des FC Augsburg kam nämlich erst einige Monate später auf die Welt. Nun, fast vier Jahrzehnte später, trifft Weinzierl mit "seinen" Augsburgern in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals auf den mittlerweile viertklassigen FCM.

"Es hätte leichtere Lose gegeben", sagt der bodenständige Niederbayer. "Magdeburg ist ein Traditionsverein mit einer großen Fangemeinde. Die Mannschaft wird unangenehm zu spielen sein, weil das Team als Außenseiter nur überraschen kann." Weinzierl stellt aber klar: "Wir wollen eine Runde weiterkommen. Das ist das Wichtigste. Mit einer guten Leistung wollen wir uns aber auch Selbstvertrauen für den Bundesliga-Start holen."

Mit André Hahn (Mönchengladbach), Kevin Vogt (Köln) und Matthias Ostrzolek (HSV) hat die Überraschungsmannschaft der Vorsaison (Platz 8) wichtige Leistungsträger abgeben müssen. Als "Königstransfer" gilt im Gegenzug der slowenische Angreifer Tim Matavz (PSV Eindhoven), für den die Augsburger drei Millionen Euro hinblätterten. Ganz frisch im Team ist Linksverteidiger Abdul Rahman Baba (Fürth), dessen Transfer am Dienstag publik wurde. Daniel Baier, Halil Altintop und WM-Teilnehmer Paul Verhaegh (Niederlande) sind die Schlüsselspieler bei den Rot-Grün-Weißen. In Magdeburg werden Weinzierl allerdings mit Moravek, Bobadilla, Feulner, Hong und Esswein fünf Profis fehlen.

Die Augsburger haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie Magdeburg. Zeiten ändern sich, das weiß man in Augsburg: 23 Jahre Dritt- und Viertklassigkeit am Stück - bis 2006 - haben dort für Demut gesorgt. Strategische Vernunft, bodenständiges Handeln und die nötige Geduld brachten beständigen Aufschwung: 2010 zog der FCA als "Underdog" ins DFB-Pokal-Halbfinale ein, und nur ein Jahr später feierten die Schwaben ihren historischen, weil erstmaligen Bundesliga-Aufstieg. Und auch das war übrigens an einem 8. Mai ...