Magdeburg l Für den neuen SCM-Trainer Geir Sveinsson spielt die Vergangenheit nicht die geringste Rolle. Den Isländer interessieren lediglich die letzten drei Spiele unter seiner Regie und er hat nur eines im Kopf: Am Sonntag soll gegen die verlustpunktfreien Göppinger die Miniserie von zwei Spielen ohne Niederlage fortgesetzt werden.

Was die aktuelle Vergangenheitsbewältigung betrifft, sollen sich seine Spieler jedoch nicht an dem Negativen festbeißen, dass momentan noch die Konzentration für volle 60 Minuten fehle, sondern an dem Positiven hochziehen, meint der SCM-Coach. Zum Beispiel an den letzten spielentscheidenden fünf Minuten beim Bergischen HC, der am vergangenen Sonntag knapp mit 25:24 bezwungen wurde. Sveinsson: "Da lagen wir viereinhalb Minuten vor dem Ende noch mit zwei Toren hinten und gewinnen das Spiel trotzdem. Das war stark, das war positiv."

Höchste Konzentration - und das von der ersten bis möglichst letzten Spielminute (Sveinsson: "Das ist das Ziel.") ist dennoch angesagt, denn den SCM erwarte "ein taffer Gegner, der noch keine Punkte abgegeben und vor allem mit dem Sieg gegen die Füchse überrascht hat". So warnt der Trainer vor allem vor der "starken, sehr kompakten 6:0-Abwehr" der Göppinger, die in Magnus Andersson "einen sehr guten Trainer" und in dem Franzosen Kévynn Nyokas "einen interessanten Halbrechten" in den Reihen hätten, so Sveinsson.

Während die Magdeburger auch am Sonntag noch weiter auf Jacob Bagersted und Yves Grafenhorst (beide Muskelverletzungen im Oberschenkel) verzichten müssen und Andreas Rojewski (Knie) angeschlagen in die Partie geht, reist der in der neuen Spielzeit bislang noch ungeschlagene Vorjahres-Zwölfte in Bestbesetzung und mit breiter Brust an. Dennoch neigt der neue schwedische Coach nicht zur Selbstüberschätzung. Andersson: "Wir würden auch mit 8:0 Punkten auf dem Boden bleiben." Das Spiel in Magdeburg sei natürlich eine sehr schwere Aufgabe, "aber meine Mannschaft und ich sind selbstbewusst genug, um zu sagen, wir haben gegen alle Teams der Liga eine Chance. Und klar ist auch: Die Gegner haben Respekt vor uns", erklärt Andersson, einst ein Weltklasse-Spielmacher, gestern in einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten".