Samswegen l Die Kampfgemeinschaft Görlitz/Zittau sinnt auf Revanche. Mit dem knappsten aller Ergebnisse, nämlich einem 2:1, hatte Gewichtheber-Bundesligist SSV 1884 Samswegen fast genau vor einem Jahr den damaligen Aufsteiger daheim besiegt und nach verlorenem Reißen am Ende noch dominiert.

Und wenn am Sonnabend ab 16 Uhr im Görlitzer Sportzenrum Flora die Saison 2014/15 beginnt, dürfte es aller Voraussicht nach erneut recht "eng" werden - Wolfgang Weber spricht gar von einem "Wettkampf auf Augenhöhe". Samswegens Sportlicher Leiter hat zwar im Aufgebot der Lausitzer einige unbekannte Größen ausgemacht, ist aber der Auffassung, dass die Kampfgemeinschaft rund 650 Punkte "auf die Platte" bringen kann. Besonders spannend wird, wie der Görlitzer Neuzugang, ein 20-Jähriger aus dem Nachbarland Polen, abschneiden wird. Nach Webers Informationen steht für ihn ein Punktbestwert von 173 zu Buche.

Außerdem im Görlitzer Aufgebot steht der aus dem sachsen-anhaltischen Bad Dürrenberg stammende Björn Hertrampf, hinter dem Weber schon seit zwei Jahren her ist. Und obwohl Weber dem 32-Jährigen, der immer für mindestens 115 Punkte gut ist, eine Startzusage für jeden Bundesligakampf gegeben hatte, entschied sich Hertrampf dennoch für einen Verbleib bei der Kampfgemeinschaft.

Für das Sextett aus dem "Stärksten Dorf der Welt" wird es ein schwieriges Unterfangen, in Görlitz achtbar zu bestehen, denn der polnische Auswahlheber Tomasz Zielinski, der den verletzten Ervis Tabaku ersetzen soll, ist wegen seiner dreimonatigen Wechselsperre erst ab Dezember startberechtigt. Zielinski, der sich mit der Nationalmannschaft des Nachbarlandes auf die WM in Astana (Kasachstan) vom 5. bis 16. November vorbereitet, ist bei den Samswegern mit 180 Punkten eingeplant - etwa 100 Zähler mehr, als das in Görlitz startende Sextett schaffen kann.

Basierend auf den Resultaten der Überprüfung anlässlich der Mannschaftsvorstellung vor zwei Wochen, rechnen die Samsweger Verantwortlichen damit, dass Ronny Winter, Neuzugang Marc Eckhardt, Markus Krümmer, Nico Krüger, Dirk Springer und Stefan Bruse wie Görlitz am Ende bei 650 Punkten landen könnte.

"Wir fahren nach Görlitz, um dort zu gewinnen - und sei es wieder 2:1", gibt Weber das Ziel vor und nennt im gleichen Atemzug einige unberechenbare Faktoren: "Markus Krümmer habe ich seit dem Frühjahr nicht mehr gesehen. Er hat mir mitgeteilt, dass er 117 Punkte erreichen will." Doch auch Stefan Bruse, der aus beruflichen Gründen ein Jahr pausieren musste und zuletzt über Knieprobleme klagte, muss erst wieder zu seinem Wettkampf-Rhythmus finden.