Magdeburg l Während sich das Gros seiner Teamkollegen am Sonntag nach dem 33:30-Erfolg des SC Magdeburg gegen die HSG Wetzlar bereits mit gepackter Reisetasche auf dem Sprung zu den Nationalteams befand, konnte Spielmacher Michael Haaß den Sieg in vollen Zügen genießen und den Abend an der Seite von Freundin Anke ganz ruhig und entspannt im VIP-Raum ausklingen lassen.

Zwar hatte auch der zweifache Torschütze das Gefühl, die zwei Punkte "sicher im Sack" gehabt zu haben, "obwohl das nackte Ergebnis möglicherweise etwas anderes vermuten lässt", dennoch hatte Haaß Verständnis dafür, dass Trainer Geir Sveinsson die allgemeine Zufriedenheit nicht ganz teilen konnte: "Als Trainer wäre ich auch nicht zufrieden mit den letzten zehn Minuten gewesen, da haben wir wirklich ein paar Dinger zuviel weggeschmissen", räumte der Spielmacher Abschlussschwächen ein, die es dem Gegner erlaubt haben, den Rückstand auf drei Tore abzuknabbern. "Aber mal ehrlich, was unterm Strich wichtig ist, sind die zwei Punkte und dass wir alle mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause gehen."

So ganz geheuer ist diese Haaß allerdings nicht: "Das ist alles neu für mich. Seit 2007 war ich fast durchgängig bei der Nationalmannschaft dabei, jetzt auf einmal nicht mehr. Das Ganze fühlt sich schon komisch an, und ich weiß auch noch nicht, wie das so im Training läuft, wenn die meisten aus der Mannschaft unterwegs sind", so der Weltmeister von 2007, der vom neuen Bundestrainer Dagur Sigurdsson keine Berücksichtigung für die EM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Finnland (Mittwoch) und Österreich (Sonntag) gefunden hat. Ein Umstand, mit dem sich Haaß inzwischen angefreundet hat: "Alle Indizien sprechen dafür, dass sich das Thema Nationalmannschaft für mich erledigt hat. Das ist zwar schade, aber nicht zu ändern."

Und so wird der Ex-Nationalspieler am Mittwochabend daheim mit seiner Anke vor dem Fernseher sitzen und ab 20 Uhr (live Sport1) mit dem DHB-Team mitfiebern: "Klar, schaue ich mir das an, und ich drücke den Jungs natürlich ganz fest die Daumen, dass sie das packen. Gegen Finnland sehe ich da auch keine großen Probleme, aber am Sonntag gegen Österreich, da müssen sie aufpassen - die Ösis strotzen nur so vor Selbstbewusstsein."

Doch schon zwei Stunden vorher wird Haaß am Mittwoch kurz Herzklopfen bekommen, denn ab 18 Uhr wird im livestream auf tv.sport1.de die Auslosung zum Achtelfinale im DHB-Pokal übertragen. Haaß: "Was den Gegner betrifft, bin ich ganz anspruchslos - Hauptsache wir bekommen endlich mal ein Heimspiel."