Magdeburg l In der Fußball-Regionalliga naht die Winterpause und damit eine lange Phase fehlender Zuschauereinnahmen. Beim 1. FC Magdeburg sind es nach dem 2:1 gegen Hertha mehr als 90 Tage, ehe der Ball wieder in der MDCC-Arena rollt (voraussichtlich am 22. Februar 2015 gegen Halberstadt). Finanziell ins Trudeln kommen die Elbestädter deswegen aber nicht.

"Für viele Regionalligisten ist das sicher ein Problem, für uns zum Glück nicht", erklärte FCM-Sportchef Mario Kallnik, gleichzeitig Schatzmeister im Verein, und verwies dabei auf die inzwischen deutlich besseren wirtschaftlichen Voraussetzungen als noch vor zwei Jahren, als es durch den harten Winter mit zusätzlichen Spielausfällen tatsächlich langsam eng geworden war.

Dass es dem FCM verhältnismäßig gutgeht, hat mehr oder weniger vier Ursachen: Sparsames, verantwortungsvolles Haushalten des Präsidiums, ausreichend großer Sponsoren-Pool, überdurchschnittlicher Besuch in den bisherigen Heimspielen (siehe Infokasten) und finanzielles Polster aus den DFB-Pokal-Highlights gegen den FC Augsburg (1:0) und Bayer Leverkusen (6:7 nach Elfmeterschießen).

Seit vergangenem Freitag ist zudem der Verkauf von Halbjahres-Dauerkarten für die Rückrunde angelaufen.

Es sei, so Kallnik, ein ständiger Spagat zwischen Abbau der Altschulden und sportlicher Weiterentwicklung - nicht nur in Magdeburg. "Wenn ich im sportlichen Bereich zu schnell hochfahre und viel Geld ausgebe, kann das durchaus zum gewünschten Erfolg führen. Wenn ich den dann aber nicht habe, droht der finanzielle Ruin", warnte der 40-Jährige.

Mit zwei Haupteinnahmequellen halten sich Viertligisten über Wasser - Sponsoren- und Eintrittsgelder. Das TV-Geld ist anders als in den ersten drei Ligen dagegen nicht der Rede wert.

Dass der Tabellenstand gerade beim FCM gravierende Auswirkungen hat, zeigte sich einmal mehr im laufenden Spieljahr. Nach der Krise (vier Niederlagen am Stück) drohte ein massiver Zuschauereinbruch, so dass die Verantwortlichen die Reißleine zogen und einen Ausgabenstopp verhängten. Bekanntlich konnte die Talfahrt gestoppt werden. Kallnik: "Ich möchte niemandem zu nahetreten, aber bei einer Siegesserie kommen in Meuselwitz oder Halberstadt 100, vielleicht 200 Zuschauer mehr. Bei uns sind das ganz andere Dimensionen."