Kaderathleten am Bundesstützpunkt SC Magdeburg

A-Kader
Martin Wierig (Diskus),
Varg Königsmark (400 Meter Hürden)

B-Kader
David Wrobel (Diskus),
Matthias de Zordo (Speer),
Matthias Lindner (Sprint),
Eric Krüger,
Thomas Schneider,
Janin Lindenberg (alle 400 Meter),
Julius Lawnik (1500 Meter),
Tim Krukowski (Langstrecke)

C-Kader (Nachwuchs)
Thomas Barthel (Sprint)
Karl-Moritz Meier (400 Meter Hürden),
Hendrik Janssen (Diskus),
Christoph Müller, Lena Lilie (beide Speer),
Julia Klein (800 Meter),
Thea-Luise Thiel (3000 Meter Hindernis).

Magdeburg l "Es kann nur besser werden." Mit diesen Worten legt Martin Wierig, der ein Faible für schnelle Autos hat, den Gang ein und startet zuversichtlich in die neue Saison. Die alte will der Diskuswerfer vom SC Magdeburg so schnell wie möglich hinter sich lassen, war die doch ohnehin eher zum Vergessen.

Immer wieder hatten Verletzungen oder gesundheitliche Probleme die Pläne des 27-Jährigen durchkreuzt, der bei der WM 2013 nur knapp an Edelmetall vorbeigeschrammt war. Das Resultat waren extreme Leistungsschwankungen. Die Streuung reichte von 66,59 Metern (Saisonbestleistung) bis hin zu schwachen Weiten unter 60 Metern. Trauriger Höhepunkt war ausgerechnet die EM in Zürich. Statt wie angestrebt die erste internationale Medaille zu holen, schied der Magdeburger sang- und klanglos nach dem Vorkampf aus. "Das Jahr 2014 war bescheiden und bei weitem nicht so wie mein Trainer und ich uns das vorgestellt hatten. Hinten heraus konnte ich zum Glück noch etwas gutmachen, so dass ich dieses gute Gefühl mit in die neue Saison nehmen kann."

Diese hat ihren sportlichen Höhepunkt Ende August, dann finden in Peking die Weltmeisterschaften statt. Und dort will nicht nur Wierig, der Zweite der deutschen Jahresbestenliste hinter Diskus-Dominator Robert Harting, nach den Sternen greifen. Nach langer Leidenszeit hofft auch Matthias de Zordo auf ein Happyend bei den Titelkämpfen. Der Speerwurf-Weltmeister von 2011 laborierte über ein Jahr an den Folgen eines Achillessehnenrisses im Mai 2013. Um nichts übers Knie zu brechen, entschieden sich der 25-Jährige und sein Trainer Ralf Wollbrück für einen langfristigen Aufbau. "Ich bin zuversichtlich, das Training läuft endlich nach Plan. Ich hoffe, dass ich den verlorenen Boden 2015 wieder wettmachen kann", blickt de Zordo optimistisch in die Zukunft.

Nicht bei allen lief es rund

Permanent nach oben zeigte die Leistungskurve von Varg Königsmark. Der 23-Jährige krönte eine Top-Saison mit dem Finaleinzug bei der EM und Rang sieben. Dass er in Zürich seine im Halbfinale gelaufene Bestzeit von 49,12 Sekunden (Rang zwei der deutschen Bestenliste) nicht noch einmal toppen konnte, war ein verzeihlicher Schönheitsfehler. Umso motivierter geht er die neue Saison an. Das Ziel kann laut Trainer Marko Kleinsteuber nur WM-Finale heißen: "Varg hat in seinem zweiten Jahr beim SCM einen großen Schritt nach vorn gemacht. Trotz der Bestzeit sehe ich viel Luft nach oben. Das WM-Finale muss sein Ziel sein."

Dass der Trainer in seiner Saisonbilanz dennoch von einem "durchwachsenen Jahr mit Licht und Schatten" spricht, liegt an den Störfaktoren, die seine anderen Schützlinge "nach einem sehr verheißungsvollen Einstand" immer wieder vom Erfolgspfad abgebracht hatten. Für die 400-Meter-Läufer Thomas Schneider (Saisonbestzeit 46,08 Sekunden/Platz 2 der deutschen Bestenliste) sowie Janin Lindenberg (53,17 sek./7.) hatte es trotz holprigen Saisonverlaufs immerhin gereicht, als Staffelläufer ins EM-Team zu rutschen. Dieses Etappenziel verfehlte Kurzsprinter Matthias Lindner dagegen nur knapp (100 Meter: 10,36 sek./14.).

Für Viertelmeiler Eric Krüger fiel aufgrund einer Achillessehnenverletzung die Saison dagegen komplett ins Wasser. Und so fasst Kleinsteuber mit Blick in die Zukunft für dieses Quartett zusammen: "Alle vier sind ambitioniert und wollen bei der WM in China am Start sein. Das Potenzial und die Entwicklungsfähigkeit dazu haben sie aus meiner Sicht allemal, sie müssen nur mal störungsfrei durchkommen."

Die erste Stunde der Wahrheit schlägt für das SCM-Quintett schon bei den Staffel-Weltmeisterschaften im Mai auf den Bahamas. Dort werden die Pflöcke für die Olympischen Spiele in Rio eingeschlagen. Kleinsteuber gibt die Richtung vor: "Mit Platz eins bis acht wären automatisch die Eingangskriterien für Rio erfüllt."

Auch David Wrobel hat der Ehrgeiz gepackt. Bei dem Neuzugang platzte zum Saisonende der Knoten, so dass der Diskus auf die neue Bestweite von 62,72 Meter (6. Platz) flog. Jetzt träumt der 23-Jährige vom ganz großen Wurf: "Wenn es so weitergeht, wie es aufgehört hat, dann ist für mich die Qualifikation für die WM in Peking ein realistisches Ziel."

Till Helbig verstärkt den SCM

Mit Sprinter Till Helbig verzeichnen die Magdeburger zudem einen talentierten wie ambitionierten Neuzugang. Der 19-jährige Wilhelmshavener ist deutscher U-20-Meister und kann Bestzeiten von 21,27 Sekunden (200 m) und 10,59 (100 m) vorweisen. Für den Viertelmeiler in spe, der in die Trainingsgruppe Kleinsteuber wechselt, gilt in der kommenden Saison die gleiche Marschroute wie für den aufstrebenden 1500-Meter-Läufer Julius Lawnik. Der Überraschungs-Siebte der Junioren-WM (3:43,80 min/9.) will "möglichst reibungslos den Anschluss an die nationale Spitze im Männer-Bereich schaffen."

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