Magdeburg l "In meinem Arbeitszimmer stehen drei Aktenschränke weniger!" Für Mark Zabel, seit 2006 Sachsen-Anhalts Kanu-Landestrainer, hat sich das Berufsfeld spürbar verändert. Junge Sportler mit leistungsorientiertem Training bei Laune halten - der Olympia-Gold- und Silbermedaillengewinner und sechsfache Kanu-Weltmeister weiß, wovon er spricht. Der 41-Jährige kann seit Schuljahresbeginn wieder das tun, was er am liebsten tut: Talente in seiner Sportart an Spitzenleistungen heranführen.

In einer einzigartigen Aktion haben die Kanuten des SCM eine Bündelung und den effektiven Einsatz der vorhandenen Trainerkräfte erreicht. Zabel, der nach eigenen Angaben zuvor "75 Prozent der Arbeitszeit mit Bürokram, Planungen, Trainingsmethodik und viel Schreibarbeit" zu tun hatte, kann sich künftig ausschließlich dem Training widmen. Sein SCM- und ehemaliger Kollege im Vierer-Kajak, Björn Bach, der als Leiter des Magdeburger Kanu-Bundesstützpunktes ohnehin viel an den Schreibtisch "gefesselt" ist, übernahm ab September Zabels "Bürojob" mit. Ein "fließender Übergang, aber ich habe mittlerweile alles unter meinen Fittichen", beschreibt Bach die neue Situation.

Diese ist nun dadurch gekennzeichnet, dass der eine (Bach) sämtliche administrative Arbeiten ausführt und der andere (Zabel) sich ausschließlich um seine elfköpfige Trainingsgruppe der Jahrgänge 2000 bis 2002 kümmern kann.

Mit Jasmin Fritz, Nina Krankemann, Tim Weiß und Felix Gebhardt klopfen mittlerweile vier SCM-Anschlusskader in ihren Altersklassen an die Tür zur Weltspitze, die in den vergangenen Jahren von Mark Zabel mitgeprägt wurden. Sein Verdienst besteht vorrangig darin, deren Prozess der Sichtung und Auswahl in ihren Heimatvereinen und den Wechsel nach Magdeburg mit begleitet und vorangetrieben zu haben.

Sicher tut man gut daran, sich schon einmal den Namen Erik Wietzke einzuprägen. Der für den SCM startende Hallenser hatte sich mit starken Leistungen bei den ostdeutschen Meisterschaften für die deutschen Titelkämpfe der Altersklasse 14 qualifiziert.

Auch für Zabel selbst beginnt ein neuer Lebensabschnitt, denn "auch ich muss mich in die neue Situation reinfinden, wieder Trainingspläne aufstellen und versuchen, dem Training mit den Sportlern meine persönliche Handschrift zu verleihen". Als ehemaliger Top-Athlet verstehe er es, "in mich hineinzuhören, wie ein Sportler auf die Trainingsinhalte reagiert". Das Wichtigste aber sei: "Mit ziel- und leistungsorientiertem Training die jungen Leute bei Laune zu halten."