Magdeburg l In der Broschüre des Deutschen Schwimmverbandes für die Europameisterschaft 2014 wurde Finnia Wunram vom SC Magdeburg mit einem Gewicht von 51 Kilogramm und einer Größe von 1,64 Metern ausgewiesen. An der Größe hat sich seither nichts geändert, am Gewicht wegen antrainierter Muskelmasse schon: "Sie braucht aber noch mehr Kraft", sagte Trainer Bernd Berkhahn. "Im Freiwasser muss sie darüber einiges lösen."

Wunram löst die Dinge (noch) anders, und "mit welcher Leichtigkeit sie das macht, ist wirklich gut", so Berkhahn. Diese Leichtigkeit hat sie am vergangenen Freitag beim Freiwasser-Weltcup über zehn Kilometer in Abu Dhabi (Emirate) auf Platz sechs geführt, es gewann Rachele Bruni (Italien).

Es war zugleich die Generalprobe vor dem ersten WM-Qualifikationsrennen am 2. Mai in Cancun (Mexiko). Und es war ein umstrittener Wettbewerb: Bei der letzten Auflage im Oktober 2010 starb Frances Crippen (USA) während des Rennens an Herz-Kreislauf-Versagen. Die Veranstalter hatten 2015 das Preisgeld sogar verdreifacht (7000 Dollar für den Sieger), um Athleten an den Persischen Golf zu locken. Bundestrainer Stefan Lurz hatte bereits im Vorfeld den Start seiner Athleten verteidigt: "Es ist wichtig, dass wir jetzt Wettkampfpraxis sammeln und den direkten Vergleich mit der Weltelite suchen." Bei den Weltmeisterschaften in Kazan (Russland/25. Juli bis 9. August) geht es für die Deutschen ja nicht nur um Medaillen. Dort werden auch die ersten Tickets für die Olympischen Spiele in Rio 2016 vergeben.

"Vor dem Rennen habe ich mich nicht so gut gefühlt im Wasser, ich bin direkt aus dem Trainingslager in Spanien nach Abu Dhabi geflogen. Deshalb bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung", teilte die 19-jährige Wunram nach der Generalprobe mit. Nur an den Wenden und bei der Verpflegung hatte sie Plätze verloren, "aber das habe ich auf der Strecke wieder aufgeholt". Wunrams Selbstvertrauen ist also gewachsen für Cancun, wo sie beim Weltcup 2014 mit 51 Kilogramm Platz sechs belegte.