Magdeburg. Manche Menschen können nicht loslassen. Vlad Hagiu gehört zu jenen, die immer am Ball bleiben, vor, während und auch nach der Partie. Der Trainer der Wasserball-Union Magdeburg (WUM) ist derzeit der unumstrittene Mittelpunkt des Geschehens am Becken, sitzend, stehend, fluchend, lobend. Es war womöglich seinem Selbstvertrauen und dem Vertrauen ins Team geschuldet, dass er sich am Sonnabend in der Elbeschwimmhalle beim 15:7 (3:3, 4:1, 6:0, 2:3)-Erfolg gegen den Abstiegskandidaten in der Bundesliga, Gruppe B, Poseidon Hamburg, ein Viertel lang dem unkonzen-trierten Auftritt seiner Schützlinge stillschweigend hingegeben hat. Am Ende erklärte er: "Ich bin zufrieden, weil wir zwei Punkte in der Tasche haben." Mehr nicht.

Während Christopher Bott die Einstellungsfrage nach der Schlusssirene stellte, haderte Ilia Butikaschwili noch ein wenig mit sich selbst. 16:25 Minuten Nettospieltzeit sollte es dauern, ehe der Center zum ersten Mal getroffen hatte. "Ich dachte auch, was ist denn heute los", beschrieb Butikaschwili sein Innenleben in der torlosen Phase, da er spürbar irre wurde. Dann markierte er das 8:4 und leitete damit das dritte Viertel der Übermacht (6:0) ein.

Das allein reichte, um die Unterschiede in dieser Liga deutlich zu machen. Hatte Poseidon zunächst gut und variabel gedeckt, fand der Gast im Verlauf nicht mehr die Mittel, den Tabellenführer zu stören. "Wir haben in dieser Woche hart gearbeitet, meine Mannschaft ist körperlich fit", weiß Hagiu zum einen, zum anderen blickt er voraus: "In den nächsten Wochen müssen wir noch mental arbeiten, denn mit dieser Konzentration haben wir in den Playoffs keine Chance."

Da warten am Wochenende, 25./26. März, nun Bayer Uerdingen oder Esslingen. Bayer hat das Duell der Kellerkinder der Gruppe A am Sonnabend für sich entschieden.

Zumindest einer, und damit war er der wichtigste Akteur, blieb gegen Poseidon absolut souverän und tat etwas für die eigene Statistik: Lazar Kilibarda markierte sieben Tore, darunter einen Fünfmeter. 42 Treffer hat er damit in dieser Saison erzielt. Sein Geheimnis: Der Serbe war nicht aus der Ruhe zu bringen.

WUM: Kiffer/Böer - Schlanstedt, Butikaschwili (3), Richter, Papadileris, Stelzner, C. Bott (2), D. Bott (1), Dammbrück (2), Loncaric, Hagendorf, Kilibarda (7)