Vier Jahre nach seinem letzten Titelgewinn steht Gewichtheber-Bundesligist SSV 1884 Samswegen erneut mit leeren Händen da. Als Zweiter der Vorrundengruppe wurde das Saisonziel, die Finalteilnahme, verpasst. Zusätzlich bescherte Gaststarter Artan Suli Doping-Schlagzeilen. Volksstimme-Redakteur Klaus Renner lässt mit Samswegens Sportlichem Leiter, Wolfgang Weber, die Saison Revue passieren.

Volksstimme: Ihr Verein hat sein Saisonziel, Gruppenplatz eins, verpasst. Wie fällt da Ihr Fazit aus?

Wolfgang Weber: Ich bin schon etwas unzufrieden, weil wir hinter den Erwartungen zurückge-blieben sind. Doch mit den Langzeitverletzten Thomas Hoog und Ingo Sandau und dem wegen Dopings ausgefallenen Artan Suli war nicht mehr drin. Trotzdem bleibe ich dabei: In voller Besetzung war Gruppenplatz eins realistisch.

Volksstimme: Dennoch: Was ist für Sie das Bemerkenswerteste der Saison?

Weber: Unsere Chemnitzer Neuzugänge Markus Krümmer und Martin Herberg, die alle acht Wettkämpfe bestritten und stets überzeugen konnten. Toll auch unser Publikum, das uns trotz des Suli-Vorfalls die Treue gehalten hat.

Volksstimme: Mit Ervis Tabaku wurde ein talentierter Albaner "eingeflogen". Hat der 21-Jährige Ihre Erwartungen erfüllt?

Weber: Er kam verletzt nach Deutschland. Vor allem dank des Könnens unseres Therapeuten Udo Krüger konnte er spürbar ins Geschehen eingreifen. Tabaku ist, das bestätigen auch meine Trainerkollegen Hartmut Stellmacher und Lutz Witzel, eifrig bei der Sache. Jetzt, nach der Saison, lebt er wieder in seiner Heimat. Wir erwarten ihn Ende August wieder in Samswegen.

Volksstimme: Mit Nico Krüger, Stefan Bruse, Steve Wohl und Florian Altmann sind gleich vier Samsweger "Eigengewächse" zu Bundesliga-Stammkräften geworden. Wer hat die größten Fortschritte gemacht?

Weber: Wohl und Altmann. Ersterer hat das beste Gewichtheberjahr seines Lebens hinter sich, Altmann ist der Newcomer der Saison, erzielte sogar in zwei Wettkämpfen sechs gültige Versuche. Beide sind in eine Vorbildrolle für junge Leute hineingewachsen, die beweist, dass sich regelmäßiges Training lohnt.

Volksstimme: Wagen Sie doch bitte schon jetzt einen Blick nach vorn auf die kommende Saison …

Weber: Unsere Leistungsträger stehen auch für die kommende Saison zur Verfügung. Alle haben einen Vertrags-Entwurf in den Händen. Zurzeit laufen Einzelgespräche. Es gibt bereits mündliche Zusagen. Ich erwarte, dass wir mit allen Hebern bis Mitte Mai die Verträge unter Dach und Fach haben.

Volksstimme: Der aktuelle Samsweger Kader ist mit sieben Hebern recht dünn. Sind Zugänge geplant?

Weber: Wir wollen drei Neue holen und sind mit jungen deutschen Hebern in guten Gesprächen. Noch ist aber nichts spruchreif. Die Wechselfrist in der Bundesliga endet Mitte Juni. Ich erwarte, dass wir auch mit möglichen Neuzugängen bis Mitte Mai Klarheit haben werden. Wir haben vor, uns spürbar zu verstärken, damit wir in der von 15 auf zehn Mannschaften verkleinerten 1. Bundesliga auch künftig ein gehöriges Wörtchen mitreden können.

   

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