Samswegen. Kopf an Kopf an der Spitze liegen zurzeit der SSV 1884 Samswegen und der Berliner TSC in der Nordgruppe der Gewichtheber-Bundesliga – 15:3 Punkte, lediglich die "kleinen Punkte" (mit dem Torverhältnis beim Fußball gleichzusetzen) trennen den zweifachen deutschen Mannschaftsmeister Samswegen (2006 und 2007) von den Hauptstädtern, die sich ebenfalls zweimal (1991 und 1994) mit der Krone des deutschen Gewichthebersports schmücken konnten.

Entsprechend entspannt war die Stimmung nach der in ihrer Deutlichkeit von 743,8:783,4 ebenso überraschenden wie deutlichen Niederlage der Berliner. Sie streben in dieser Saison Gruppenplatz eins und damit jenen Startplatz in der Finalrunde an, den ihnen im Vorjahr der AC Neuhardenberg abspenstig gemacht hat. Und so konnte Berlins Cheftrainer Frank Schlizio auch gütig schmunzeln, als Samswegens Sportlicher Leiter Wolfgang Weber in seinem Gedächtnis kramte: "Erinnerst du dich? Vor vier Jahren war es umgekehrt. Da habt ihr den Gruppenwettkampf gewonnen, wir sind aber trotzdem ins Finale eingezogen und dann sogar Meister geworden."

Das ist aber in der laufenden Saison nicht mehr drin: Für den SSV Samswegen ist wegen des Doping-Vorfalls von Artan Suli (Volksstimme berichtete) diese Saison sportlich so gut wie gelaufen – die Punktebilanz nach Abzug wäre dann 12:6. Doch die Eintrittskarten für die künftige zweigleisige Eliteliga haben die Teams aus der Hauptstadt wie dem Bördekreis bereits gebucht.

Vergangene Woche traf übrigens Post vom Bundesverband Deutscher Gewichtheber in Samswegen ein. Suli wurde (weil Wiederholungstäter) lebenslang gesperrt. Zusätzlich muss der im rheinland-pfälzischen Speyer lebende Deutsch-Albaner eine vierstellige Summe als Strafe berappen.

Der 39-Jährige hat dennoch dem SSV Samswegen einen wertvollen Dienst erwiesen: Er vermittelte seinen 21-jährigen albanischen Landsmann Ervis Tabaku ins "Stärkste Dorf der Welt".