Hamburg (dpa). Titelverteidiger Russland fährt nicht zur Turn-EM, der FC Fulham reist mit dem Zug zum Europa-League-Duell nach Hamburg, die Auslosung für die Tischtennis-WM wird verschoben. Das Flugchaos über Europa hat auch gestern für großen Wirbel und Absagen im Sportbetrieb gesorgt.

So verhinderte die Aschewolke den Start von Russland und anderen wichtigen Nationen bei den Turn-EM in Birmingham. "Es gilt als sicher, dass die russischen Männer nicht starten können. Zurzeit arbeitet der Europäische Turnverband UEG mit Hochdruck daran, dass wenigstens die Frauen zu ihren Wettkämpfen in der kommenden Woche anreisen können", sagte Pressechefin Vera Atkinson.

Grund für das Fernbleiben sind Visa-Probleme. Da sich die favorisierten Russen ebenso wie Weißrussland und die Ukraine noch nicht dem Schengen-Abkommen über den visafreien Grenzverkehr angeschlossen haben, können die Athleten nicht so problemlos mit dem Bus anreisen. Das deutsche Team um Fabian Hambüchen, das selbst eine 19-stündige Anreise auf sich nahm, rückte als Vize-Europameister nun in eine Favoritenrolle für den Teamwettbewerb.

Zwei Tage vor dem Europa-League-Duell mit dem Hamburger SV hat sich der FC Fulham gestern mit dem Zug auf den Weg in die Hansestadt gemacht. Pläne, mit einem Privatjet nach Deutschland zu reisen, waren wegen der Aschewolke gestrichen worden.

Noch beschwerlicher ist die Anreise für den FC Liverpool, der morgen im zweiten Halbfinale gegen Atlético Madrid antritt. Die Spieler, die ebenfalls einen Tag früher als geplant aufbrachen, fahren zunächst mit drei verschiedenen Zügen nach Bordeaux. Von dort geht es dann mit dem Flieger weiter in die spanische Hauptstadt.

Wegen Verlegungen im europäischen Spielplan wurden die Halbfinalspiele der deutschen Meisterschaft im Frauen-Handball auf den 5. Mai und den 8./9. Mai verschoben. Im Europacup hatten die Gegner der im Halbfinale stehenden deutschen Teams aus Spanien und Mazedonien nicht anreisen können. Die Spiele werden nachgeholt.

Unterdessen setzten die Flugausfälle auch den Radprofis zu. Der zweifache Toursieger Alberto Contador scheute keine Mühen, um bei seinem ersten diesjährigen Klassiker pünktlich am Start zu stehen. Der 27-Jährige nahm eine Autofahrt von rund 1900 Kilometern auf sich, um von Zentralspanien nach Belgien zum Start des Flèche Wallonne zu kommen..