Z: Wernigerode ZS: WR PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 12.02.2010 23:00:00
Tonnenschwer liegt der Erwartungsdruck bei den Olympischen Winterspielen auf Aljona Savchenko und Robin Szolkowy: Für Trainer Ingo Steuer zählt nur Gold, für die Fachwelt sind die zweifachen Weltmeister die Topfavoriten und die Konkurrenz aus Russland und China lauert auf den kleinsten Ausrutscher. Mit heißem Herzen und doch eiskalt will das Paar aus Chemnitz den Wettkampf seines Lebens zeigen. "Aljona und ich sind da sehr relaxed und Typen, die damit umgehen können. Sonst müssten wir uns ja einschließen", sagte Szolkowy vor dem Kurzprogramm (Sonntag 16.30 Uhr Ortszeit/Montag 01.30 Uhr MEZ) und der Kür (Montag 18.00 Uhr Ortszeit/02.00 Uhr Dienstag MEZ) in Vancouver.

Bei ihrer einzigen Pressekonferenz vor dem Medaillenkampf gab sich das Trio betont locker, doch auch die Schminke in Savchenkos Gesicht und das Lächeln von Szolkowy und Steuer konnten die Anspannung nicht verbergen. Show gehört zum Geschäft. Nicht zuletzt der 43-jährige Steuer betonte im Zusammenhang mit den darstellerischen Fähigkeiten seiner Sportler auf dem Eis: "Sie müssen genauso gute Schauspieler sein wie die im Fernsehen." Schließlich sollen Savchenko/Szolkowy die ersten deutschen Paarlauf-Olympiasieger seit Ria und Paul Falk 1952 werden. Olympia-Gold – das hatten selbst die einstigen Superstars Marika Kilius/Hans-Jürgen Bäumler nie gewonnen.

Savchenko/Szolkowy stehen unter ständiger Beobachtung –vor allem von den Chinesen um die wiedererstarkten Ex-Weltmeister Shen Xue/Zhao Hongbo. "Ich habe immer den Eindruck, dass alles von uns aufgenommen und ausgewertet wird", sagte der Coach über die asiatischen Spione beim Training und erklärte: "Sie beobachten uns mehr als wir sie."

Bei der EM im Januar in Tallinn hatten die Russen Yuko Kawaguchi/Alexander Smirnow den dreifachen Titelgewinnern den Titel weggeschnappt. "Wir haben das nicht als wirklich krassen Rückschlag empfunden", betonte Szolkowy und man habe danach auch "keine Seelenklempnerei" betreiben müssen. In Chemnitz haben der Sohn eines Arztes aus Tansania und einer Deutschen und die gebürtige Ukrainerin aber geübt, "bis sie auf dem Zahnfleisch gegangen sind" (Steuer).