Z: Wernigerode ZS: WR PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 16.02.2010 23:00:00
Die Lutherstadt Eisleben war am Wochenende Ausrichter der Mitteldeutschen Meisterschaften der Ringer im Freistil. Bei den Männern und Kadetten wetteiferten die besten Ringkämpfer aus Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt um Titel und Medaillen. Von Ingolf Geßler Wernigerode. Für die angereisten Sportler aus 26 Vereinen waren diese Meisterschaften eine erste Standortbestim- mung und ein wichtiger Gradmesser für die bevorstehenden Deutschen Meisterschaften. Der Blick in die Wettkampflisten garantierte bereits im Vorfeld hochklassigen Ringkampfsport, eine Vielzahl an Deutschen Meistern und Medaillengewinnern standen in Eisleben auf der Matte. Aus der Riege des Wernigeröder SV Rot-Weiß präsentierten sich Kevin Koch bei den Kadetten sowie Erik Palmer, Mathias Jahn, Michael Volk und Daniel Geist bei den Männern. Kevin Koch sorgte als einziger Kämpfer im Nachwuchsbereich für einen erfolgreichen Auftakt. In der Gewichtsklasse 76 kg der Kadetten erkämpfte der WSV-Ringer die Bronzemedaille. Koch verlor den entscheidenden Kampf um den Titel gegen Jan Richtsteig vom KFC Leipzig nach Punkten. Erik Palmer kämpfte in der Gewichtsklasse 60 kg, in der sich fünf Ringer eingetragen hatten, im nordischen Modus (jeder gegen jeden). Im Duell mit hochkarätigen Gegnern wie Emanuel Krause (mehrfacher Deutscher Meister), Felix Schulz (mehrfacher Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften), dem späteren Meister Thomas Berger (Bundesliga-Ringer aus Markneukirchen) und Stephan Knopf (Artern) erkämpfte Erik Palmer in allen vier Kämpfen technische Punkte, musste sich als jüngster Starter aber mit Platz fünf begnügen. Mathias Jahn startete in der stark besetzten 74 kg-Klasse mit einer knappen Niederlage gegen Steffen Töpel aus Sömmerda (0:1, 1:1). Im 2. Kampf unterlag er dem Bundesliga erfahrenen Sebastian Otto vom KFC Leipzig durch technische Überlegenheit und wurde Zehnter. Sieger in dieser Gewichtsklasse wurde Junioren-Europameister Felix Menzel vom 1. Luckenwalder SC. Auch Michael Volk (96 kg) traf auf sehr starke Gegner. Nach einem Punktsieg gegen Maik Hoeisel (RV Thalheim) und einem Freilos musste Volk gegen den Potsdamer Oliver Diller seine einzige Niederlage durch technische Überlegenheit hinnehmen. Im Kampf um Platz fünf feierte Volk gegen Sven Betschke vom SAV Leipzig einen Aufgabesieg. Absoluter Höhepunkt waren die Kämpfe im Schwergewicht bis 120 kg. Daniel Geist siegte zu Beginn gegen Julian Kreißig aus Aue auf Schultern. Danach traf er auf den körperlich starken Nico Graf vom KFC Leipzig. Der Bundesliga erfahrene Graf war gerade von einem vierwöchigen Trainingslager mit der Nationalmannschaft aus China zurückgekehrt. Mit 1:0 und 4:1 erkämpfte Geist einen sensationell Sieg gegen den hohen Favoriten. Danach traf der WSV-Athlet auf Jens Brosowski vom AV Zella Mehlis, im Vorjahr Deutscher Vizemeister im Freistil und Drittplatzierter im griechisch-römischen Stil. Der Thüringer brachte 118 kg auf die Waage, stand sicher und war in seinen Bewegungen immer eine Kleinigkeit besser. Der knappe Punktsieg war am Ende verdient. Die folgende Niederlage von Brosowski gegen Graf eröffnete Daniel Geist wieder die Chance auf den Titelgewinn. Der Wernigeröder setzte alles daran, um gegen Heiko Höfer vom AC Auerbach den erforderlichen Schultersieg zu erkämpfen. In der -. Runde legte Geist den Thüringer auf den "Ast" und holte sich dank der mehr erzielten Punkte den Mitteldeutschen Meistertitel. "Eine tolle Leistung unserer Mannschaft, die am Ende Platz fünf in der Vereinswertung erkämpfte", freute sich Trainer Rolf Leutelt, der von Stephan Hecht und Artjom Moisejew unterstützt wurde. Vor den Harzer platzierten sich lediglich die Bundesliga-Vereine 1. Luckenwalder SC, SV Luftfahrt Berlin, TuS Jena und KAV Mansfelder Land.