Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 18.02.2010 23:00:00
Spitzenplatz verteidigt, Zukunft gesichert: Nach ihrem goldenen Beutezug von Whistler blickten die deutschen Rodler bereits voller Zuversicht auf die nächste olympische Großaufgabe 2014.

"Für Sotschi sind wir jetzt schon gut aufgestellt. Da braucht uns nicht bange sein", zog BSD-Sportdirektor Thomas Schwab zufrieden Bilanz. Fünf Medaillen, zwei davon im schönsten Gold, und das trotz schwierigster Bedingungen: Die Rodler sind glücklich. "Das war ein perfekter Auftritt", sagte der Vorgänger von Bundestrainer Norbert Loch. "Die ganze Truppe hat sich gut verkauft."

Den fulminanten Schlusspunkt der deutschen Kufen-Asse, die auf der entschärften Eisrinne von Whistler einmal mehr beste Nation waren, setzten in ihrem letzten Rennen die Doppelsitzer-Routiniers Patric Leitner und Alexander Resch mit Bronze. Doch zuvor hatten vor allem die jungen Athleten für Furore gesorgt und die Hoffnungen auf eine goldene Zukunft genährt. "Gold-Junge" Felix Loch, 20 Jahre. Rodel-Königin Tatjana Hüfner, 26 Jahre. Silber-Fahrer David Möller, 28, Bronze-Frau Natalie Geisenberger, 22. Und auch im Nachwuchsbereich sind die deutschen Rodler Spitze. Die Konkurrenz sieht das gar nicht gerne.

Etwa bei den Männern. Ausnahmefahrer Armin Zöggeler aus Italien, für den es in Whistler noch einmal zu Bronze reichte, wird wohl nur noch einen Winter dranhängen. Dagegen hat Senkrechtstarter Loch, der mit seinen 20 Jahren bereits einen Olympiasieg und zwei WM-Titel eingefahren hat, vieles noch vor sich. "Felix wird die nächsten Jahre oben stehen. Er ist schon jetzt ein Michael Phelps des Rodelns", prophezeite Kanadas deutscher Trainer Wolfgang Staudinger.

Selbst mit der für alle Beteiligten schwierigen Situation nach dem tödlichen Trainingsunfall des Georgiers Nodar Kumari- taschwili kamen die deutschen Rodler zurecht. "Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt", beschrieb der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl den schwierigen Spagat zwischen Trauer und Medaillen-Jubel. "Das waren extreme Spiele", erkannte auch Schwab.

Dass die Routiniers Leitner/Resch acht Jahre nach ihrem Gold-Coup von Salt Lake City noch einmal eine Medaille einfahren konnten, rührte zum Abschluss der Rodel-Wettbewerbe alle im jungen deutschen Team. Sogar der sonst eher nüchterne Bundestrainer Loch war nach dem erfolgreichen letzten Lauf des "Bayern-Express" aufgewühlt vor lauter Emotionen. "Wir verlieren zwei wirklich absolute Vollprofis." Stimmt. Doch die Nachfolger stehen schon bereit.