Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 21.02.2010 23:00:00
Die Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2018 erlebte auf sportpolitischem Parkett in Vancouver den zweiten peinlichen Ausrutscher. Anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident Horst Seehofer hatte die bayerische Staatskanzlei zu einem Pressegespräch eingeladen.

Wie es in der mit "Werben für Olympia 2018 in Bayern" überschriebenen Mitteilung hieß, wollte der CSU-Politiker über erste Eindrücke und Ziele seiner Reise informieren. Erlaubt ist dies nach den IOC-Statuten nicht, da München sich bereits am Montag zuvor auf einer Pressekonferenz präsentiert hat. Kurzerhand wurde das Presse- gespräch deshalb zum "Hintergrundgespräch" deklariert.

"Dazu sage ich nichts. Ich muss es nicht kommentieren", meinte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), unwirsch. "Es hat schon gereicht, dass ich davon lesen musste." Auch Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Münchner Bewerbungsgesellschaft und Chef de Mission des deutschen Olympia-Teams in Personalunion, reagierte wortkarg auf das gerade noch verhinderte Pressegespräch. "Es hat nicht stattgefunden."

Es war bereits der zweite Fauxpas Münchens bei den Vancouver-Spielen und in unmittelbarer Nähe zum IOC, das seit dem Korruptionsskandal von Salt Lake City 2002 besonders strikte Regeln für Olympia-Bewerber erlassen hat. Bei der genehmigten Vorstellung der Vorzüge des Münchner Konzepts war Oberbürgermeister Christian Ude schon ein Fehler unterlaufen. Der SPD-Politiker hatte vor der Weltpresse in Vancouver erwähnt, beim Oktoberfest habe es "niemals" einen ernsthaften Vorfall gegeben. Am 26. September 1980 waren bei einer Bomben-explosion direkt am Eingang der Wies’n allerdings 13 Menschen ums Leben gekommen und 211 zum Teil schwer verletzt worden.