Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Magdeburg PZS: MD Prio: höchste Priorität IssueDate: 25.02.2010 23:00:00
Bill Demong hat Gold im Einzel-Wettbewerb der Nordischen Kombination gewonnen. Der Amerikaner siegte am Donnerstag (Ortszeit) nach einem Sprung von der Großschanze und dem 10-Kilometer-Langlauf vor seinem Landsmann Johnny Spillane. Dritter wurde Sprung-Sieger Bernhard Gruber aus Österreich.

Demong erkämpfte in Whistler das erste Olympia-Gold für die USA in den nordischen Ski-Disziplinen. Die deutschen Kombinierer blieben erstmals seit 1998 ohne Einzel-Medaille. Bester von ihnen war noch Björn Kircheisen auf Rang 20.

Nach einem skandalösen Springen sind schwere Vorwürfe gegen die Jury erhoben worden. Obwohl die Besten im Gesamtweltcup bei wechselnden Winden und einsetzendem Schneeregen keine Chance mehr hatten, peitschten die Verantwortlichen um Renndirektor Ulrich Wehling den Wettkampf durch. Zu den Leidtragenden gehörten die deutschen Medaillenkandidaten Tino Edelmann und Eric Frenzel ebenso wie Olympiasieger Jason Lamy Chappuis (Frankreich), die bei Halbzeit bereits chancenlos zurücklagen.

"Man hätte unter diesen Bedingungen niemals springen dürfen. Das war eine reine Lotterie, in der nicht der Beste, sondern der Glücklichste gewinnt. Das hat mit Olympischen Spielen nichts zu tun", schimpfte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Der dreimalige Olympiasieger Felix Gottwald (Österreich) wurde noch deutlicher: "Der Unterschied zwischen Athleten und Jury ist der, dass sich die Athleten vier Jahre auf Olympia vorbereiten und die Jury im Warmen sitzt. Die besten Athleten sind heute vorgeführt worden. Das war eine Schande - und das bei Olympia."

Die deutschen Kombinierer erlebten beim Springen ein Debakel. Bester bei der Wind- und Wetterlotterie war Kircheisen, der mit 123,5 Metern auf dem zwölften Platz landete. Der Johanngeorgenstädter ging bereits mit einem Rückstand von 1:13 Minuten auf Sprungsieger Bernhard Gruber (Österreich/134,0 Meter) in den 10-Kilometer-Lauf.

Turin-Olympiasieger Georg Hettich (121,5 m), Tino Edelmann (109,5 m) und Eric Frenzel (104,5 m) hatten alle Medaillenchancen schon verspielt. "Das sind alles keine fairen Bedingungen. Bei Olympia sollte es fair zugehen", forderte Kircheisen und sprach damit seinen Kollegen aus dem Herzen.