Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 05.03.2010 23:00:00
Wilhelmshaven/Magdeburg. Spiel eins nach der vernichtenden Zwischenbilanz angesichts des total verpatzten Rückrundenstarts bestreitet Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am morgigen Sonntag (13.30 Uhr/Jadestadion) beim Tabellenvorletzten SV Wilhelmshaven. Während es für die Elbestädter bereits das vierte Punktspiel nach der Winterpause ist, dürfen die vom früheren Magdeburger Wolfgang "Maxe" Steinbach trainierten Jadestädter das erste Mal im neuen Jahr ran.

"Ich bin froh, dass das Spiel überhaupt stattfinden soll, denn wir waren im Winter zwar zweimal zum Trainingslager in der Türkei, konnten zu Hause aber bis zum vergangenen Wochenende nicht einmal auf den Platz, weil noch zehn Zentimeter Schnee lagen", beschreibt Steinbach die "unglaubliche" Rückrundenvorbereitung der Norddeutschen. Die stehen als Tabellensiebzehnter tief im Abstiegskampf und verstehen sich laut Trainer eigentlich als besserer Oberligist. "Wir haben eine junge, neuformierte Mannschaft, sind am Sonntag Außenseiter, auch wenn wir Heimrecht genießen. Bei allen Problemen – Magdeburg hat doch ganz andere Ambitionen als wir", so der 55-Jährige.

An das Hinspiel und die 2:5-Niederlage in der MDCC-Arena erinnert sich das frühere FCM-Idol (28 A-Länderspiele, 337 DDR-Oberligaeinsätze/75 Tore) nur ungern: "Das war eine bittere Niederlage. Klar hatte der FCM den Sieg verdient, aber nicht unbedingt in dieser Höhe, weil doch einige umstrittene Szenen dabei waren. Aber das ist alles Schnee von gestern."

Genauso wie die Trainerambitionen ("Nach Magdeburg würde ich sogar zu Fuß zurückkommen") des von den Fans zum "beliebtesten FCM-Spieler aller Zeiten" gewählten Steinbach beim Club. "Die Frage steht nicht mehr, weil ich auch gar keine Ansprechpartner mehr habe. Bis auf Martin Hoffmann sind alle früheren Mitspieler weg. Es scheint ja auch nicht gewünscht, solche Leute wie Streich, Seguin oder Zapf zu integrieren", macht sich Steinbach Gedanken um seinen früheren Stammverein.

Obwohl das frühere Mittelfeld-Ass seit Anfang der 1990er Jahre in Norddeutschland lebt und arbeitet und in Bad Neuenahr ein Haus gebaut hat, schlägt sein Herz immer noch blau-weiß. Deshalb schmerzt "Maxe" auch die aktuelle Entwicklung an der Elbe: "Magdeburg und der FCM sind nicht mehr mit dem zu vergleichen, was zu meiner Zeit war. In den letzten 20 Jahren wurde mehr oder weniger krampfhaft versucht, etwas aufzubauen. Leider ist der Club auf ewige Zeiten aus dem großen Geschäft heraus."

Als Aufbauhelfer will sich der Trainer mit seinem SV Wilhelmshaven morgen allerdings nicht für den FCM betätigen, macht aber bezüglich des im vergangenen Sommer von der Jade an die Elbe gewechselten Andreas Gaebler, der beim FCM nur in der zweiten Reihe steht, deutlich: "Den würde ich sofort zurücknehmen, hier wäre er Stammspieler."