Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 14.03.2010 23:00:00
Sebastian Vettel stellte seinen Dienstwagen frustriert nach der Ziellinie ab, Michael Schumacher beschwor nach Platz sechs in seinem Comeback-Rennen den alten Kampfgeist. In seinem ersten Grand Prix nach 1239 Tagen musste der 41 Jahre alte Rekordweltmeister zwar den triumphalen Doppelsieg seines Ex-Teams Ferrari vor Lewis Hamilton und dem viertplatzierten Vettel mitansehen. Doch der Formel-1-Rückkehrer blieb anschließend recht gelassen.

Sachir (dpa). Vettel sah lange wie der sichere Sieger aus. Doch ein Defekt am neuen Red Bull bremste den Vizeweltmeister aus Heppenheim gestern beim Gro-ßen Preis von Bahrain. "Ich hatte einfach keinen Dampf mehr auf der Kette", meinte der 22-Jährige, der von der Pole Position gestartet war. Im letzten Renndrittel musste er erst den späteren Sieger Fernando Alonso, dann dessen am Ende zweitplatzierten Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa und schließlich Hamilton im McLaren Mercedes passieren lassen: "Der vierte Platz ist Schadensbegrenzung."

Zwischen Vettel und Schumacher schob sich noch dessen Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg und feierte damit einen kleinen Prestigeerfolg im internen Duell mit dem siebenmaligen Weltmeister. Der Routinier unterstrich, dass mit ihm im Lauf der 19 Grand Prix langen Saison zu rechnen sein dürfte. Das Lob von Teamchef Ross Brawn fiel allerdings eher verhalten aus, er sprach von einer "respektablen Leistung, aber nicht berauschend".

Bei Vettels Teamchef Christian Horner klang das anders: "Er ist heute ein großartiges Rennen gefahren." Es reichte wegen des erst mal nicht näher bekannten Defekts aber nicht. Nach rund einem Drittel des Rennens meldete er per Boxenfunk frustriert: "Ich habe Probleme." In der 35. von 49 Runden musste er Alonso und Massa ohne Gegenwehr vorbeiziehen lassen.

Alonso krönte seinen ersten Renneinsatz im "Roten Renner" gleich mit dem Sieg. "Das ist ein ganz besonderer Tag", sagte der zweimalige Weltmeister aus Spanien. "Besser kann man so eine Beziehung nicht beginnen." Sein Ferrari-Teamkollege Massa durfte sich bei seinem ersten Start nach seinem schweren Unfall in Ungarn im vergangenen Juli als Zweiter ebenfalls wie ein Sieger fühlen. "Ich danke Gott, dass das so geklappt hat", sagte der Brasilianer bewegt. "Ich bin glücklich, hier zu sein. Ein fantastischer Auftakt."

Alonso führt nach dem neuen Punktesystem mit 25 Zählern vor Massa (18), Hamilton (15) und Vettel (12). Schumacher holte acht Punkte.

Neuling Nico Hülkenberg aus Emmerich belegte im Williams den 14. Platz. Adrian Sutil aus Gräfelfing erreichte im Force India Rang zwölf. Timo Glock aus Wersau kam mit dem neuen Virgin-Team nicht ins Ziel. Wegen eines Getriebeschadens musste der Odenwälder sein Auto in der 21. Runde in der Garage abstellen.

Der mit viel Spannung erwartete Start verlief weitgehend problemlos. Obwohl die Rennwagen wegen des Nachtankverbots um die 160 Kilogramm Benzin an Bord hatten, meisterten die Piloten die Situation bestens. Vettel nutzte seine Pole-Position und setzte sich zunächst ungefährdet an die Spitze.