Z: Wernigerode ZS: WR PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 26.03.2010 22:00:00
Die Sensation ist perfekt: Die Hüttenröderin Anne Wieckert vom RFV Einetal/Westdorf-Aschersleben hat im Rahmen der Löwen Classics in Braunschweig das Hans-Günter-Winkler-Bundesnachwuchschampionat der Springreiter gewonnen - und das in überzeugender Manier.

Braunschweig. Auf Effizienz, Stil, harmonisches Reiten und Einfühlungsvermögen kommt es in diesem Wettbewerb für Junioren und Junge Reiter in ganz Deutschland an, betonte der Sprecher der Jury Joachim Geilfuß, der mit Hans-Günter Winkler der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten ebenso angehörte, wie Bundestrainer Otto Becker, Jury-Mitglied Hans Wallmeier und Olympiasieger und Weltmeister Marcus Ehning. 25 Reiter-Pferd-Paare aus ganz Deutschland hatte Jugendbundestrainer Dietmar Gugler nach verschiedenen Sichtungen ausgewählt, um in Braunschweig teilzunehmen. Die gingen dann auch in die erste Wertungsprüfung, ein Stilspringen der Klasse M* mit Standardanforderungen.

Hier setzte sich die Anne Wieckert zum ersten Mal gegen die deutsche Spitze ihrer Altersgruppe durch und gewann auf der zehnjährigen Westfalenstute Romina die Prüfung mit 8,7. Damit führte sie die Liste der 15 Reiterinnen und Reiter, die sich für das am Sonnabend in der Braunschweiger Volkswagenhalle vor vollen Rängen stattfindende Finale mit Pferdewechsel qualifiziert hatten, an. Zunächst musste der erste Umlauf, eine Stilspringprüfung der Klasse M*, bewältigt werden. Als dritte Starterin erreichte die Amazone aus Sachsen-Anhalt durch einen harmonischen gut eingeteilten Ritt mit viel Geschmeidigkeit und bewusstem Hinreiten zum Sprung eine 8,8. Das blieb bis zum Ende die höchste Wertung und damit erreichte sie das Finale mit Pferdewechsel. "Eine auf unglaublich hohem Niveau stehende Prüfung", formulierte Marcus Ehning, einer der deutschen Stilisten im Parcours. "Einen Sprung gut anzureiten reicht nicht aus. Alles muss passen. Hut ab vor den gezeigten Leistungen", vervollkommnete Otto Becker den Kommentar.

Drei Reiterinnen und ein Reiter hatten die Aufgabe, mit dem Pferd eines Mitbewerbers noch einmal den Parcours zu absolvieren. Die Wertnoten aus beiden Umläufen wurden dann addiert. Den Auftakt machte Stefanie Reining (Lohengrin Hau) mit Romina, dem Pferd von Anne Wieckert. Eine absolut harmonische Runde und zwei Hindernisfehlern ergaben die Wertnote 7,5. Die Lokalmatadorin in dieser Prüfung, Annkathrin Heidenreich aus Isernhagen, schlug nach einem Missverständnis mit dem Pferd einen falschen Weg ein und wurde ausgeschlossen.

Sven Kruse ritt African Queen von Annkathrin Heidenreich unmittelbar vor Wieckert. Er fand schnell den "Faden" zu der gut springenden Stute und bekam eine 8,8. "Es geht hier nur um Zehntel, in diesem hochkarätigen Finale", betonte Joachim Geilfuß. Doch die Studentin der Veterinärmedizin in Gießen behielt die Nerven und absolvierte mit Diva eine rundum gelungene Runde. Dafür gab es von der Jury eine glatte 9,0 und den Sieg im HGW-Bundesnachwuchschampionat. Damit ist Anne Wieckert die erste Reiterin aus Sachsen-Anhalt und aus den ostdeutschen Landesverbänden, die diese bedeutende Prüfung gewinnen konnte, mit drei Bestnoten in drei Prüfungsanforderungen.

Da war nicht nur die gesamte Familie Wieckert aus dem Häuschen, es freuten sich auch viele Gratulanten, die sich gleich telefonisch oder vor Ort in der Braunschweiger Volkswagenhalle meldeten. Landestrainer Reinhard Brähne (Schlaitz) gehörte zu den ersten Gratulanten. "Anne hat eindrucksvoll bewiesen, wo man mit Talent, vor allem aber Fleiß und der Unterstützung durch das Elternhaus und die Trainer hinkommen kann", stellte er heraus. Nicht zuletzt auch eine Bestätigung der nun schon fast 20-jährigen kontinuierlichen Arbeit mit dem D-Kader. Ein schönes Geschenk der jungen Reiterin, wenn man so will, zum 20-jährigen Bestehen des Landesverbandes der RFV Sachsen-Anhalt.