Mit schwerem Gerät haben sich gestern Feuerwehrmänner und Bauarbeiter in dem Waldstück zwischen Breitscheidstraße und Berliner Chaussee vorgekämpft. Sie wollen eine Verbindung zum Polder Friedensweiler schaffen. Dazu musste im Wald durch einen Bagger ein etwa 30 Meter langer Graben gezogen werden. Es besteht nun eine Pumpstrecke, die von der Furtlake in den Polder Friedensweiler und mit dem neuen Durchbruch weiter über die Breitscheidstraße in die Umflut verläuft.

Herrenkrug. Er ist einer der aufwendigsten Einsätze dieses Hochwassers, obwohl es schon wieder weit unter die Fünf-Meter-Marke gefallen ist.

Montag, 9.30 Uhr, mitten im Biederitzer Busch. Feuerwehrmänner, Grabenbauer und Katastrophenschützer wollen eine etwa 30 Meter lange Flutrinne graben, um eine Verbindung zwischen der Wasserfläche des Polders Friedensweiler und dem der Breitscheidstraße zu schaffen. Dort bauen zeitgleich die Städtischen Werke ihre großen Geräte zusätzlich zu denen der Feuerwehr auf.

Doch noch sind sie wirkungslos. Es gibt keine Verbindung zwischen den Wassermassen. Ein Graben soll dies ermöglichen.

Der Bagger muss sich zunächst eine mehr als 100 Meter lange Strecke durch den dichten Laubwald bahnen. Die Feuerwehr macht der Arbeitsmaschine grob den Weg frei und sägt mit zwei Motorkettensägen die großen Bäume weg. Meter für Meter arbeiten sich die Ketten des Baggers auf dem weichen Waldboden vor.

Stellvertetender Umweltamtsleiter Detlef Schulze geht voraus. Er weist den Einsatztruppen den Weg. "Auf der einen Seite bin ich Umweltschützer und das Fällen der Bäume tut einem in der Seele weh. Andererseits ist die Maßnahme dringend nötig, um Schäden von Friedensweiler fernzuhalten", erklärt er.

Nach einer Stunde hat der Bagger sich durch das Dickicht gekämpft und die Stelle erreicht, an der der mehrere Meter breite Graben gezogen werden soll. Auch dort müssen zunächst alle Bäume gefällt werden, damit die Schaufel effektiv den 30 Meter langen Graben ziehen kann.

"Der muss so tief wie möglich werden", erklärt Detlef Schulze. Vor allem sollen sich dort die Schwebstoffe auf dem Boden sammeln, um die Pumpen in der Breitscheidstraße nicht zu belasten.

Aber reicht das Gefälle? "Ich hoffe es", erklärt Schulze. Genau kann es niemand sagen. Bis zum Nachmittag dauern die Arbeiten an. Dann ist der Durchbruch geschafft, Erleichterung. Das Wasser fließt.

Die Pumpen sind derweil auch komplett aufgebaut und haben jetzt die dreifache Leistung vom Vortag. Das Wasser rauscht mit 1400 Kubikmeter pro Stunde durch die Schläuche. "Wenn es nicht reicht, werden wir die Pumpleistung noch weiter erhöhen", erklärt am späten Nachmittag Feuerwehrchef Helge Langenhan. Er zeigt sich zuversichtlich, dass der Aufwand sich lohnt und der Wasserspiegel im Polder Friedensweiler sich senken wird. Denn erst am morgigen Sonnabend wird das Pretziener Wehr wieder geschlossen. Sobald der Wasserstand nach einigen Stunden im Umflutkanal zurückgegangen ist, können die Siele geöffnet werden. Das Drängwasser hinter den Deichen kann dann auf natürliche Weise abfließen. Die Experten versprechen sich dadurch eine deutliche Entspannung der Lage, auch wenn das Grundwasserproblem vorerst weiter bestehen bleibt, so Langenhan.

Auch weiterhin werde am Flughafensiel und in der Müllerbreite in Randau gepumpt, um den Drängwasserspiegel bis zum Öffnen der Siele konstant zu halten.

Die Verbindungsstraße nach Randau muss auch weiterhin noch nicht gesperrt werden. Helge Langenhan: "Die Straße steht nur knapp unter Wasser und kann mit gedrosselter Geschwindigkeit bei 10 km/h passiert werden. Der Wasserstand ist heute konstant geblieben." Falls sich die Lage am Freitag verschlechtert, stehe die Umleitungsvariante über Elbenau bereit.

   

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