Magdeburg. Es ist noch nicht offiziell, im Prinzip aber beschlossene Sache: Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat einen Nachfolger für Noch-Präsident Volker Rehboldt gefunden. Wie die Volksstimme aus zuverlässiger Quelle erfuhr, handelt es sich dabei um Peter Fechner, Geschäftsführer der Stadion-Baukonzessionsgesellschaft SSG, der Weißen Flotte Magdeburg und des Flughafens. Und: Im Zuge des Stabwechsels tritt der Aufsichtsratsvorsitzende Rüdiger Koch zurück.

Der Reihe nach: Der noch amtierende Rehboldt hatte zusammen mit dem kompletten Präsidium am 12. November 2010 bei Koch seinen Rückritt eingereicht, gleichzeitig aber seine Bereitschaft erklärt, so lange im Amt zu bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Nach zahlreichen, mitunter zähen Verhandlungsrunden und Absagen steht dieser nun bereit.

Heute soll es dazu ein klärendes Gespräch mit dem Aufsichtsratsmitglied Thomas Mittrenga (Geschäftsführer der Schönebecker Maschinenbau GmbH), künftig dem vermeintlich starken Mann im Kontrollgremium, geben. Fechner, der gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, soll aber bereits seine Bereitschaft erklärt haben und muss dann noch vom Aufsichtsrat offiziell berufen werden.

Für den Aufsichtsrat war immer wichtig, dass der neue Präsident im wirtschaftlichen Bereich angesiedelt ist, seriöse Arbeit leistet und Kontakte besitzt. In dieses Anforderungsprofil passte auch Peter Schmidt, Geschäftsführer der Industriebau Wernigerode GmbH, der für eine gewisse Zeit sogar als "heißer Kandidat" gehandelt wurde, schließlich jedoch aus zeitlichen Gründen verzichtet hatte.

Die Zeit ist auch für Koch ein ausschlaggebender Faktor. Der Beigeordete für Kultur, Schule und Sport, der seit fünf Jahren Aufsichtsratsvorsitzender ist, will sich künftig einem zukunftsweisenden Projekt widmen, das da heißt: Bewerbung Magdeburgs um den Titel als europäische Kulturhauptstadt. Die Ausrichtung findet, nachdem es im vergangenen Jahr "Ruhr 2010" war, erst wieder 2020 in Deutschland statt, doch die Konkurrenz (u.a. Mannheim, Nürnberg) ist groß, und ein Konzept muss bereits bis Ende 2013 erstellt sein. Für Koch wäre es "der Durchbruch der Stadt in der Außenwahrnehmung".