Der Stadtrat hat die vom Wirtschaftsdezernat vorgeschlagene weitere Erschließung des ehemaligen Großgaserei-Geländes auf den Weg gebracht. Hier sollen Unternehmen angesiedelt werden.

Rothensee. Gut 6 Millionen Euro hatte die Altlastenentsorgung einschließlich der Beseitigung der Teerseen gekostet. Dann lag das mit Landeshilfe rekultivierte Gelände erst einmal brach. Jetzt soll es zu neuer (industrieller) Blüte geführt werden. Rund 4,5 Millionen Euro sollen investiert werden.

Bei dem Areal handelt es sich nach jetziger Bezeichnung um den Südteil des Gewerbegebietes Kraftwerk. Die Landeshauptstadt als Hauptgesellschafterin der Magdeburger Hafen GmbH (MHG) hat es in die MHG eingebracht. Ziel ist die wirtschaftliche Nutzung durch die MHG und durch anliegende Firmen. Außerdem ist die Fläche für die Ansiedlung neuer Industrie- bzw. Gewerbeunternehmen vorgesehen.

Allerdings gibt es ein Problem. Das Grundwasser ist kontaminiert. Der Schaden ist äußerst schwer zu beheben. Als Lösung wird der Bau einer Spundwand zur Sanierung des Grundwasserschadens im Bereich des Zweigkanals erwogen. Diese soll in Hinblick auf künftige Ansiedlungen so errichtet werden, dass sie den Anforderungen für Umschlagsarbeiten entspricht. Als erste Ansiedlungsmaßnahme ist dann durch die MHG der Bau einer 7500 Quadratmeter großen öffentlichen Umschlagsfläche geplant. Zur Erschließung des Geländes werden eine rund 900 Meter lange Straße und die Umverlegung der Trasse der Hafenbahn erforderlich.

Das Projekt wird gefördert, die MHG wird den zehnprozentigen Eigenanteil der Stadt aufbringen. Beantragt wurden 90 Prozent Fördermittel beim Land. Der Fördermittelbescheid liege der Stadt seit Anfang Januar vor, sagte Wirtschaftsdezernent Rainer Nitsche in einem Volksstimme-Gespräch.

Sowohl Stadt als auch Hafen GmbH sind sich einig: Vor dem Hintergrund der erfreulich guten Vermarktung des nördlich gelegenen Hansehafen-Areals kommt diesem Bereich herausragende Bedeutung zu. Im Hansehafen sind in direkter Wassernähe nahezu alle Flächen vermarktet. Mit der Erschließung der Industriebrache wird eine Alternative geschaffen. Auch hier ist, wie im Hansehafen, die von hafenaffinen Betrieben begehrte Trimodularität der Verkehrsanbindung geplant. Das Areal ist über die Straße, die Hafenbahn und den Kanalhafen angebunden.

Die Bruttoerschließungsfläche beträgt ca. 10 Hektar, die Ansiedlungsflächen (Netto-Fläche) ca. 7,4 Hektar, war aus dem Wirtschaftsdezernat zu erfahren. Drei Firmen sollen bereits Interesse zur Ansiedlung bekundet haben. Voraussichtlich 2011 soll geplant und ausgeschrieben werden sowie der Baustart erfolgen.