Magdeburg. Weitere Veränderungen im Müllgebühren-Dschungel: Außer der Erhöhung für die Entsorgung von Hausmüll von durchschnittlich 16 bis 17 Prozent (wir berichteten ausführlich) hat der Städtische Abfallwirtschaftsbetrieb auch Preise für die Abgabe u. a. von Bauschutt, Bodenaushub, Sperr- und Sondermüll bzw. für die Bereitstellung von Containern neu kalkuliert.

Ab 1. Mai stehen deshalb auch hier sowohl Gebührenerhöhungen als auch -senkungen ins Haus. So müssen bei Bauabfällen (1,3 Kubikmeter-Container) statt 51,10 dann 57,75 Euro bezahlt werden. Für die Abgabe von verbrennbarem Schutt sind auf der Deponie Hängelsberge dagegen pro Tonne statt 120,65 künftig 119,30 Euro zu entrichten, etwas weniger also. Bei Ablagerung werden dafür statt 26 Euro später 24,80 Euro je Tonne fällig. Kleinstmengen sind ohnehin kostenlos. Extrem hoch allerdings ist die Steigerung bei 1,3-Kubikmeter-Containern zur Entsorgung von Bodenaushub. Bereitstellung und Entsorgung kosten jetzt noch 14,30 Euro, ab 1. Mai 57,75 Euro.

Das hänge mit der Unterdeckung der bisherigen Gebühr zusammen, erklärte Andreas Stegemann, stellvertretender Betriebsleiter. 2007 habe diese noch 86,60 Euro betragen, konnte dann 2009 auf 14,30 Euro abgesenkt werden wegen der so genannten Überdeckung. Das Geld ist aufgebraucht, die Gebühr muss wieder hochgesetzt werden. Stegemann: "Wir bleiben noch unter 86,60 Euro von 2007. "

Bei dem ständigen Auf und Ab handelt es sich um einen Mechanismus, der aller zwei Jahre in Gang gesetzt wird. Dann stehen die Gebühren auf dem Prüfstand. Grund: Hier gilt das absolute Kostendeckungsprinzip. Wird Minus gemacht, muss das durch Gebührenerhöhungen ausgeglichen werden, bei Überschüssen wird mit Hilfe von Senkungen reguliert. Faktoren bei den gesetzlich vorgeschriebenen Neukalkulationen sind u. a. Preissteigerungen bei Energie, Kraftstoff etc. Zu Buche schlagen aber 2011 in erster Linie die jährlich weit über 1,3 Millionen Euro Rückstellungen für die Rekultivierung der Deponie Cracauer Anger (wir berichteten).

Weitere Beispiele: Während bei der Abgabe von Grünabfällen die Gebühr je Tonne um 3,50 auf 35,40 Euro fällt, steigt bei der Containerbereitstellung auch für Sperrmüll die Gebühr. Spitzenreiter: Ein 10-Kubikmeter-Container kostet heute noch 254,50 Euro. Ab 1. Mai müssen 298,20 Euro bezahlt werden. Diese Größenordnung werde aber kaum in Anspruch genommen, sagte Stegemann.

Auffällig und unerfreulich insgesamt: Die Erhöhungen liegen meist weit höher als die geplanten Absenkungen. Insider vermuten, dass der Aufwand für die flächendeckende haushaltsnahe Entsorgung von Papier und Plaste Wirkung zeige. Stegemann bestätigte das nicht: Das wirke sich definitiv nicht negativ aus, und die Papiersammlung eher positiv. Der Erlös werde zur Stabilisierung der Müllgebühren verwendet, erklärte er.