Die ausgegrabenen Reste der ehemaligen Bastion Cleve am Elbufer werden weiter zugänglich gemacht. Das gehört zu den sechs Vorhaben, die 2011 für insgesamt 1,58 Millionen Euro zur Sanierung des historischen Stadtkerns gestartet werden. Hier gibt es Nachholebedarf, weil die Gelder aus dem Förderprogramm städtebaulicher Denkmalschutz immer geringer werden.

Altstadt. Das Projekt Kanonengang gilt als Abschluss für die touristische Nutzung der Reste der Bastion Cleve südöstlich des Doms. Der vor gut fünf Jahren entdeckte Stollen soll neben dem Turm und dem anderen historischen Gemäuer aus der Festungszeit sowie dem Stadtmodell saniert und begehbar gestaltet werden. Etwa 20 Meter führt der Gang entlang den alten Geschützstellungen. Er soll zwar standfest sein, das hätten Untersuchungen des Stadtplanungsamtes ergeben. Er muss aber saniert werden, sagte Stefan Hermann, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt.

Für insgesamt 1,58 Millionen Euro will die Stadt in diesem Jahr die weitere Sanierung des historischen Stadtkerns voranbringen, kündigte Hermann weiterhin im Volksstimme-Gespräch an.

Zu den Schwerpunkten 2011 gehören außer der Bastion Cleve die Sanierung der Stützmauern am Remtergang.

Im Zusammenwirken mit der katholischen Kirche wird auch das Umfeld von St. Sebastian in einem ersten Bauabschnitt neugestaltet. Vor allem werden die Kircheninsel und die Umfahrung saniert.

Fortgeführt aus Fördermitteln des städtebaulichen Denkmalschutzes schließlich wird die Dachsanierung am Westflügel des Liebfrauenklosters. Geplant ist außerdem die Umgestaltung der Gehbahnen in der Harnackstraße nach historischem Muster im Zusammenhang mit dem dort entstehenden Kreisverkehr.

Das allgemein als wichtigstes und längst überfällig angesehene Vorhaben ist der Start der Umgestaltung des Domplatzes. Der Startschuss ist im IV. Quartal dieses Jahres geplant. Gegenwärtig ist nach einer der Redaktion vorliegenden Information der Stadtverwaltung ein modulares Gestaltungskonzept in Arbeit. Es soll zunächst, so heißt es in einem vom Baudezernenten Dieter Scheidemann unterzeichneten Papier, unter Einbindung zuständiger Behörden und betroffener Anlieger ausgearbeitet und intern behandelt werden.

Vor allem Domplatz und eine Reihe anderer Vorhaben im Rahmen der Sanierung der historischen Altstadt stehen schon seit Jahren in der Diskussion, gleichfalls die modulare, also in mehreren Bausteinen geplante Vorgehensweise auf dem Platz. Finanziell konnte sich die Stadt bzw. das zuständige Amt keine größeren Sprünge erlauben.

Die Ursache lag vordergründig hier wie an anderen Stellen im fehlenden Geld.

Wurden zu Beginn der in den 1990er Jahren aufgelegten Förderprogramme noch bis 7,4 Millionen Euro pro Jahr gezahlt, "flachten die Zuwendungen je Programmjahr von 2,5 Mio. Euro zur Jahrtausendwende auf ca. 1,3 Millionen Euro" vor 2010 ab, heißt es in der bewussten Information des Baudezernates. Für 2010 wurden 725 000 Euro bewilligt.

Für alle 2011 anvisierten Projekte (1,58 Millionen Euro) stehen für 2011 insgesamt eine Million Euro an Fördermitteln zur Verfügung, teilte die Stadt mit. Über eine halbe Million Euro muss die Stadt als Eigenanteil aufbringen.

Aus dem Fördertopf Denkmalschutz übrigens sind auch 150 000 Euro an private Investoren zu berücksichtigen. Die werden als gewisser Ausgleich für Mehraufwendungen gezahlt. 75 000 Euro kostet die archäologische Begleitung. Die historische Altstadt ist Quelle geschichtsträchtiger Relikte aus dem unterirdischen Raum. Ihre Bergung und die Bewertung kosten Geld.