Anfang April 2011 treten in den Messehallen Magdeburg wieder Teams aus ganz Deutschland mit ihren Robotern beim 11. RoboCup German Open gegeneinander an. Zum zweiten Mal mit am Start ist "RobOTTO", das Team der OvGU, der Otto- von-Guericke-Universität Magdeburg. Über Wettkampffieber und den Chaos-Faktor hat Britt Launspach mit Teamleiter Christian Deppe gesprochen.

Volksstimme: Der Countdown für den RoboCup2011 läuft. In welcher Disziplin wird das Uniteam "RobOTTO" starten?

Christian Deppe: Wir treten im Bereich RoboCup@work in der Festo Logistics Competition an. "Duelliert" wird sich in dieser Disziplin mit drei 40 Zentimeter kleinen Robotinos, so der Name der Roboterplattform.

Es geht für alle fünf deutschen Teams darum, die beste und vollständig autonome Lösung für fiktive Transportprobleme in einem unbekanntem Produktionssystem abzuliefern. Zwei Teams treten gleichzeitig an, um in 15 Minuten möglichst viel zu produzieren.

Volksstimme: Gut einen Monat habt ihr noch Zeit, wie laufen die Vorbereitungen?

Christian Deppe: Nachdem viele aus dem Team im Praktikumssemester verschwunden waren und noch Arbeitsgerät fehlte, vergingen die letzten Monate eher mit gemischten Gefühlen.

In diesem Jahr hatten wir zwar einen längeren Planungszeitraum, aber dafür weniger Zeit, die Ideen zusammenhängend zu testen. Jetzt freuen wir uns alle auf die heiße Phase, um viele lose Enden verknüpfen zu können. Und als Gruppe in einer Halle auf dem Campus macht das auch viel mehr Spaß.

Volksstimme: Wer steckt eigentlich hinter "robOTTO"?

Christian Deppe: Wir sind elf Studenten unterschiedlichster Fachrichtungen, die neben Mechatronik, Informatik und Logistik in diesem Jahr auch noch in der Mathematik und Wirtschaft ihren Abschluss machen wollen.

Wir sind also gewachsen, konnten so unsere Herangehensweise verfeinern und uns auch organisatorisch weiterentwickeln. Denn RobOTTO sind ja nicht nur wir, es ist auch die Idee, dieses studentische Projekt der OvGU für die Zukunft zu halten und es auch weiterhin in Eigenregie zu führen. Natürlich mit Unterstützung der Uni. Wir sind froh, dass es uns möglich gemacht wird, unabhängig zu bleiben und trotzdem offene Arme bei Unterstützern auf wie außerhalb des Campus zu finden.

Volksstimme: Was ist das Schwierige am RoboCup?

Christian Deppe: Da ist hauptsächlich der Chaos-Faktor. Irgendwas geht immer schief! Aber mit der Zeit bekommt man auch ein dickes Fell und ich hoffe, dass wir in diesem Jahr viel Zeit zum Herumprobieren haben und weniger mit grundsätzlichen Problemen kämpfen müssen. Unangenehm wäre es natürlich, von den Neulingen in die Tasche gesteckt zu werden, trotz akademischem Anspruch ist und bleibt es eben ein Wettkampf und eine deutsche Meisterschaft.

Volksstimme: Ganz ehrlich, was überwiegt, Wettkampfeifer oder die Lust an der Wissenschaft und am Tüfteln?

Christian Deppe: Wettkampf und Vorbereitung sind da klar getrennt. Aber auch auf dem Wettkampf gewinnt der beste Tüftler, der die letzten Probleme gut oder glücklich lösen kann. Es geht sehr gut Hand in Hand.

Im Vorfeld wird viel diskutiert und geplant, irgendwann wird eingekauft und programmiert und ausprobiert … Und dann fiebert man dem Wettkampf entgegen.

Ab dem Startpfiff kann man dann leider nicht mehr eingreifen und hofft einfach darauf, dass alles klappt. Da schlägt das Herz dann gerne mal ein bisschen schneller und die Welt reduziert sich auf diesen einen, kurzen Moment, in dem die drei Kleinen sich bewegen, jedenfalls meistens.

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