Buckau. Die Polizei hat noch immer keine Spur von den Brandstiftern, die am vergangenen Donnerstagabend die Villa Budenberg (bei den Buckauern auch Villa Hügel genannt) angesteckt haben. Gegen 22.30 Uhr war das denkmalgeschützte Haus in Flammen aufgegangen. Gegen drei zufällig in der Nähe angetroffene junge Männer bestätigte sich der Anfangsverdacht aber nicht. Sie wurden noch in der Nacht wieder freigelassen. Zurzeit sei man noch mit der Auswertung der Spuren (unter anderem ein aufgefundener Kanister) beschäftigt, sagte gestern ein Polizeisprecher. Man erhoffe sich weiter Hinweise zu auffälligen Personen, die sich kurz vor 22.30 Uhr am Donnerstagabend im Bereich der Villa aufgehalten haben.

Inzwischen hat der Bagger einer Abrissfirma am Donnerstagnachmittag unter den fassungslosen Blicken der Buckauer das Dach der Villa aus Sicherheitsgründen eingerissen. Noch am Freitag hatten Experten des Bauordnungsamtes der Stadt den Notabriss angeordnet, da eine akute Einsturzgefahr bestand. Die Arbeiten wurden über das Wochenende unterbrochen und sollen am heutigen Tag fortgesetzt werden.

Indes zeigen sich noch immer die Magdeburger betroffen. So schrieb Detlef Dauer der Volkstimme: "Die Zerstörung des Bauwerkes macht mich persönlich sehr betroffen. Bis auf eine Hausfassade in der Coquistraße sind keinerlei Baulichkeiten der ehemaligen Buckauer Porzellanmanufaktur erhalten geblieben. Die Villa Budenberg hat durch die direkt angrenzende Lage und die Tatsache, dass das Grundstück einst der Buckauer Manufaktur gehörte, einen Bezug zur ehemaligen Porzellanproduktion. Mi zwei Partnern entstand so im Jahr 2008 das Konzept, die Villa zu kaufen. In der unteren Etage sollte eine chirurgische Klinik, in der Mitte ein privates Porzellanmuseum und oben eine Wohnung eingerichtet werden. Die Sache hatte nur einen Haken. Die zur Villa angrenzenden maroden Anbauten, die auch unter Denkmalschutz stehen, sollten nach unseren Vorstellungen abgerissen werden. Wir baten, wegen des geplanten Museums, Kulturbeigeordneten Dr. Rüdiger Koch um Unterstützung, ob eine Abrissgenehmigung für die Anbauten und Fördermittelmittel möglich sind." Dr. Koch habe sich begeistert gezeigt und gesagt er werde den damaligen Baubeigeordneten ansprechen. "Doch auf Nachfrage von uns kam nie wieder eine Reaktion", erklärte Dauer. Die Stadt hätte die Privatinitiative damals unterstützen sollen.

Erst im November 2010 hatte die Volksstimme in einem Gespräch mit dem Immobilenmakler Horst Borowski erfahren, dass insgesamt drei potenzielle Käufer ihr Interesse an dem Gebäude angemeldet haben. Alle drei seien sich über den finanziellen Aufwand in Höhe von rund zwei Millionen Euro zur Sanierung des Objektes im Klaren gewesen.

Möglicherweise ist es bereits zu einem Eigentümerwechsel gekommen, heißt es aus den Reihen der Polizei. Man habe zunächst mit der noch im Grundbuch eingetragenen Familie Kontakt aufgenommen, die sich zurzeit im Ausland aufhält. Bei dem Telefonat sagte einer der Eigentümer zu, in dieser Woche nach Magdeburg zu kommen und sich bei der Kriminalpolizei zu melden. Da sich die Beamten nur schwer verständigen konnten, blieb der Rest offen. Die Worte Notar und Vertrag seien aber gefallen, hieß es aus Polizeikreisen. Das Gebäude war übrigens nicht versichert.