FCM-Präsident Peter Fechner soll heute der Öffentlichkeit das neuformierte und auf drei Personen reduzierte Präsidium des Vereins vorstellen. Im Punktspiel zuvor gegen Cottbus II hatte Neu-Trainer Wolfgang Sandhowe seinen Co., Mario Middendorf, eine Halbzeit lang auf die Tribüne beordert.

Magdeburg. Beim FCM ist seit dem Rauswurf von Trainer Ruud Kaiser einiges anders geworden. Der holländische Mittelfeldspieler Marvin Wijks wurde vom neuen Coach Wolfgang Sandhowe meist auf die Bank verbannt, stand am Sonntag gegen die Cottbuser Reserve nur in der Startformation, weil sich Kosta Rodrigues im Abschlusstraining eine Knieverletzung zugezogen hatte.

Anstelle der von Kaiser gewohnten eher leisen Töne zeigt Sandhowe an der Seitenlinie 90 Minuten hohen Körpereinsatz, als könne der 57-Jährige damit direkt ins Spielgeschehen eingreifen. Und selbst in der Pressekonferenz sprudeln die Worte wie eine geballte Ladung aus dem Coach heraus.

Und noch etwas, von der Mehrzahl der 3283 Fans in der MDCC-Arena sicher unbemerkt, war ungewöhnlich: Co-Trainer Mario Middendorf beobachtete die erste Halbzeit von der Tribüne aus.

Wer da Ungemach zwischen Sandhowe und seinem Co. vermutet hatte, wurde recht bald eines Besseren belehrt. Denn in Hälfte zwei nahm Middendorf seinen vertrauten Platz auf der FCM-Bank ein und sagte anschließend: "Das ist anders als bei Ruud. Der bevorzugte unseren Austausch an der Bank." Wolfgang Sandhowe indes hatte seinen Co-Trainer für die ersten 45 Minuten zur Spielanalyse auf die Traversen geschickt und seine ungewöhnliche Maßnahme so begründet: "Von oben sieht man mehr. "

In der Pause eilte Middendorf mit einem Zettel voll Notizen in die FCM-Kabine, wo er mit Trainer und Mannschaft die erste Halbzeit analysierte. Zumindest in der Abwehr wurde gegen die Cottbuser das meiste richtig gemacht – nicht von ungefähr blieb der FCM ohne Gegentreffer.

Das sah im Übrigen auch Ersatz-Kapitän Denis Wolf ("Chef" Daniel Bauer ist verletzt, "Vize" Stephan Neumann musste wegen seiner fünften Gelben Karte zuschauen) so: "Ich erachte das Ergebnis für uns positiv, denn wir haben eine schwere Zeit, und da zählt jeder Punkt. Wichtig ist auch, dass wir ohne Gegentor geblieben sind. "

Immerhin war bemerkenswert, wie der FCM seine "englische Woche" und vor allem die 120 Minuten von Halle weggesteckt und gegen Energie ausgerechnet in der Schluss-Viertelstunde kaum Müdigkeitserscheinungen gezeigt hatte.

Präsident Peter Fechner, der, so war weiter zu erfahren, heute seine beiden Präsidiums-Mitstreiter vorstellen soll, zeigte sich zuversichtlich: "Wir haben einen Punkt gewonen. Wenn wir so weitermachen, werden wir uns Punkt für Punkt aus der Abstiegszone entfernen. "

Zu den verbesserungsbedürftigen Platzverhältnissen in der MDCC-Arena nahm Fechner die dort Beschäftigten in Schutz: "Aus finanziellen Erwägungen sind wir zurzeit nicht in der Lage, einen neuen Rasen auszurollen. Aber wir sind dabei, das Spielfeld wieder in einen guten Zustand zu bringen." Und dann formulierte Fechner vielsagend: "Es dauert eben ein paar Tage, bis die Saat aufgeht …"