Premiere im Puppentheater an der Warschauer Straße: Dort gründet sich gerade ein Theaterjugendclub für Schauspiel und Figurentheater, bei dem auch ihr mitmachen könnt! Auftakt bildet die Open-Air-Inszenierung "Knüppel raus du Sack!"

Magdeburg. Ihr seid Jugendliche ab 15 Jahren und habt Lust auf künstlerische Arbeiten und Ästhetik, auf Experimentelles und Schräges? Dann seid ihr im neuen Theaterjugendclub der Magdeburger Puppenbühne genau richtig. Die Teilnehmer sind hier Musiker, Spieler und Bildkünstler zugleich. "Die Jugendlichen erarbeiten und gestalten das Stück selbstständig, lediglich unter pädagogischer Betreuung. Die Teilnehmer haben hier die Möglichkeit, ein generationsübergreifendes Projekt mit Spiel, Musik und Animationen eigenständig zu entwickeln", so Sabine Oeft, Theaterpädagogin und Regisseurin bei dem Stück "Knüppel raus du Sack!"

Es werden noch Mitstreiter gesucht

Das Besondere an dem Figurentheater-Jugendclub des Puppentheaters sei die Verbindung zur Bildenden Kunst (visuell gestaltende Künste) und zur Darstellenden Kunst (Theater, Tanz etc.), so berichtet Sabine Oeft. Auch sollen den jugendlichen Akteuren und jungen Besuchern die noch immer vorhandenen Vorurteile gegenüber dem "Objekt" Theater genommen werden.

Linda Kölling (21) ist eine der Teilnehmerinnen an der ersten Inszenierung. "Ich bin der Meinung, dass Magdeburg genau solch ein Projekt braucht, denn dieses gab es hier so noch nie. Sehr gut ist auch, dass es für jeden zugänglich gemacht wird und Erfahrungen keine Voraussetzungen sind", so die Studentin aus Magdeburg. Sie ist durch Zufall bei ihrem Praktikum an der Jugendkunstschule am Thiemplatz auf dieses Vorhaben gestoßen. Linda ist eine von bereits 13 Mitwirkenden. Optimal wären ca. 20, so die Pädagogin Sabine Oeft.

Unter Anleitung des bekannten chilenischen Künstlers Cesar Olhagarey sowie der Theaterpädagogin wird experimentell eine Open-Air-Performance entstehen: Spiel mit Masken, Bau und Animation von Großfiguren, rhythmisierte Sprache, Musik mit Trommeln und Fässern, Schauspiel-Improvisation und vieles mehr ist geplant. "Jede Puppe ist ein künstlerisches Objekt. Ihnen soll im Stück von den Jugendlichen eine Sprache verliehen werden, und das wollen wir auf abstrakte Weise umsetzen", so Sabine Oeft.

Vom 17. bis 19. April öffnet die Werkstatt

Auch Leute, die nur am kreativen Arbeiten und Gestalten teilnehmen möchten, sind beim Projekt herzlich willkommen. "Da von den Skizzen bis zum Bau über das Drehbuch alles von den Heranwachsenden selbstständig erarbeitet wird, ist es ein Großprojekt, das mit viel Arbeit verbunden ist. Doch wem das Kreative besser liegt, muss nicht zwangsläufig auch spielen", ergänzt sie.

Seid ihr neugierig geworden? Das erste Zusammentreffen wird am Montag, dem 11. April, um 18 Uhr im Puppentheater sein. Vom 17. bis 19. April werden dann die Figuren entworfen und gebaut, alles selbstständig natürlich. Ein späteres Dazustoßen zur Gruppe ist auch kein Problem. "Außerdem sollten Wochenenden eingeplant werden, damit weiter experimentiert, gebaut und geprobt werden kann. Die Termine werden vorab abgesprochen und ein Fehlen ist auch kein Hindernis", so die Regisseurin des Stückes. Die regulären Proben finden immer mittwochs von 18 bis 21 Uhr, entweder im Puppentheater oder in der Jugendkunstschule, statt.

Die Premiere wird im September beim 10. Theatertreffen des Deutschen Bühnenvereins, Landesverband Ost in Dessau sein. Weitere Auftritte in Magdeburg sind angedacht. Und das Projekt soll mit anderen Stücken weitergehen, da ist Sabine Oeft zuversichtlich. Anmelden kannst du dich unter Mail: sabine.oeft@ptheater.magdeburg.de oder per Telefon unter 5403308.