Magdeburg. "Sterneneisen… Wir sind laut und nicht die Leisen…" Mit Countdown, lautem Knall und Titelsong des Albums startete das Konzert der Mittelalterrocker In Extremo am Samstagabend in der Stadthalle. Zwei Feuerblitze flogen über die Köpfe des Publikums zur Bühne, den "Sterneneisen"-Flieger symbolisierend. Furioser Einstieg.

Zuvor hatten die Folk-Ikonen Fiddler’s Green eingeheizt. Schade nur, dass der Ton zum Teil recht überdreht war. Das könnte der zunächst relativ leeren Halle geschuldet gewesen sein, worauf die Technik nicht ausreichend reagierte.

Das änderte sich beim Auftritt von In Extremo im vollen Saal. Die Fans pogten und tanzten und sangen überall, am dichtesten natürlich vor der Bühne. Den besten Gesamteindruck allerdings gab es mit mehr Abstand – da wirkten die Leinwandbilder und -filme in Gänze, gekonnt gemischt mit Aufnahmen vom Bühnengeschehen, von Sänger und Musikern. Schon die Mannen an sich mit ihren mittelalterlich geprägten Outfits und den faszinierend gestalteten Instrumenten sind ein Hingucker. Auch bei Pyro- und Feuer-Einlagen wurde kaum gespart. Das Programm begeisterte. Vom "Sterneneisen"-Album war so ziemlich alles zu hören: "Viva la Vida", "Zigeunerskat", "Stalker", "Hol die Sterne", "Unsichtbar", "Gold"… Zu den Höhepunkten gehörte auf jeden Fall der Zauberspruch No. VII, der sich mit einem fesselnden Klangteppich beschwörend über den Saal legte. Faszinierend!

Aber natürlich fehlten bekannte Stücke der immerhin 16-jährigen Bandkarriere nicht wie "Vollmond", "Liam", "Erdbeermund", die altschwedische Ballade über "Herr Mannelig" oder der "Spielmannsfluch", vom Publikumschor skandiert.

Beeindruckend die stimmliche Leistung von Sänger Michael Rhein, genannt Das letzte Einhorn – ob kraftvoll, rau, melodienschmeichelnd oder geheimnisvoll. Und immer wieder genial, wie die Musiker ihre Instrumente nicht nur mit bestem Ton, sondern auch optisch ins rechte Licht rückten und Spielfreude zeigten. Die Soli von Flex und Yellow Pfeiffer wurden gefeiert ebenso wie das Einspiel von Dr. Pymonte auf der Handharfe.

Die Fans erklatschten sich mehrere Zugaben, bis nach rund zwei Stunden Schlagzeuger Specki seinen Drum-Stick ins Publikum warf und das Konzert unwiderruflich endete.