Magdeburgs Autofahrer mussten gestern viel Geduld aufbringen. Baustellen im Innenstadtgebiet sorgten vor allem auf den Hauptverkehrsadern Magdeburger Ring und B1 für umfangreiche Verkehrsbehinderungen, nach einem Unfall und Rückstaus von den Autobahnen ging auf der Bundesstraße am Nachmittag von Olvenstedt bis Heyrothsberge gar nichts mehr.

Magdeburg. Stockender Verkehr, Blechlawinen, verengte Fahrspuren – Stoßstange an Stoßstange standen die Magdeburger gestern auf dem Weg durch die Innenstadt. "Ich habe heute Morgen von der Tangenten-Abfahrt Damaschkeplatz bis zum Allee-Center 20 Minuten gebraucht", ärgert sich Leserin Uta Schmidt am Volksstimme-Telefon.

Wer das Nadelöhr Damaschkeplatz umgehen wollte und an der Albert-Vater-Straße vom Ring abfuhr, kam vom Regen in die Traufe – die Albert-Vater- und die Walther-Rathenau-Straße waren in beiden Richtungen nur einspurig befahrbar. Mittags staute sich der Verkehr auf der B1 aus Richtung Osten bis zum Askanischen Platz zurück, im Westen bis zur Olvenstedter Chaussee. Nach einem Auffahrunfall mit vier beteiligten Autos und mindestens einem Verletzten am Tunneleingang an der Walther-Rathenau-Straße bewegte sich ab 16 Uhr gar nichts mehr.

"Ferien sind verkehrsärmere Zeit"

Warum setzt zu Beginn der Osterwoche das Verkehrschaos ein? Milde Witterung und Ferienzeit – das sind gute Bedingungen für Bauarbeiten, macht Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt einen Erklärungsversuch. Die Städtischen Werke Magdeburg, die aktuell stadtweit auf 27 Baustellen arbeiten, können Elektrokabel oder Gasleitungen nicht im Winter verlegen, und die Ferienzeit sei eben eine verkehrsärmere Zeit.

Fast 13 Millionen Euro investiert die Landeshauptstadt in diesem Jahr in das 1000 Kilometer lange Straßennetz (2010: 10,5 Millionen Euro). "Das ist nicht viel, noch vor zehn Jahren haben wir bedeutend höhere Investitionen getätigt", sagt Thorsten Gebhardt. Mehr sei aufgrund der Haushaltskonsolidierung nicht möglich, und so wird vor allem da gebaut, wo die Stadt zusätzlich Fördermittel von Land und Bund erhält. Schwerpunkte sieht der Amtsleiter 2011 vor allem in der Fertigstellung der Ringrampen an der Brenneckestraße (Volksstimme berichtete), der Ringbrückensanierung an der Hundisburger und der Halberstädter Straße und beim von Sommer bis Herbst geplanten weiteren Ausbau der B1 bis zum Stadion Neue Welt.

Die Frostschäden des vergangenen Winters hat das Tiefbauamt bereits provisorisch mit Kaltmischgut geflickt und ist nun mit einem sogenannten Patcher, Bitumenemulsion und Splitt unterwegs, um weitere Schäden zu beseitigen.

"Investitionen in Frostschäden ab Juni"

Jüngst flatterte ein Fördermittelbescheid des Landes ins Haus, der Straßenreparaturen in größerem Umfang möglich mache. "Wir schreiben jetzt aus und können dann sicher ab Juni beginnen", hofft Thorsten Gebhardt.

Dass trotz bester Bedingungen z. B. an der Brückenbaustelle Hundisburger Straße nicht gebaut werde, wie von einem Leser beobachtet wurde, begründet er mit erheblichen Schwierigkeiten bei den dortigen Arbeiten. Die vorhandene Betonsubstanz sei in einem wesentlich schlechteren Zustand als gedacht. Dann wendet sich das mit der Arbeit beauftragte Unternehmen an die Stadt als Bauherrn, um eine Lösung zu finden. "Das ist jedoch die absolute Ausnahme, sonst wird in der Regel überall gearbeitet", versichert der Amtsleiter.

Schwacher Trost für die Autofahrer: Die Arbeiten in der Hallischen und der Walther-Rathenau-Straße sollen bis Ende dieser Woche beendet sein (siehe Baustellengrafik).

Dann könnte sich die Verkehrssituation in der Innenstadt wieder leicht entspannen. Wer vom Stau die Nase voll hat und auf Öffentlichen Personennahverkehr ausweichen möchte, für den hat MVB-Sprecherin Birgit Münster-Rendel eine gute Nachricht: "Bei uns laufen aktuell keine Baumaßnahmen", sagt sie der Volksstimme.