Seit einigen Monaten laufen die Planungen für den Neubau des Stadtteiltreffs am Neustädter See. Im Januar mussten die ursprünglichen Vorstellungen eine Nummer kleiner werden, da die Fördermittel geringer ausfielen. Jetzt wurden die überarbeiteten Pläne vorgelegt. Stimmt der Stadtrat im Juni zu, könnte noch im Oktober der Baustart sein.

Neustädter See. Die Tage des alten Schulgebäudes der IGS "Regine Hildebrandt" sind gezählt. Der als "Magdeburger" Schultyp (Erfurt II) bekannte Bau wird noch in diesem Jahr einem neuen Stadtteiltreff für alle Generationen weichen.

Ursprünglich war geplant, das Gebäude für diese neue Nutzung einfach entsprechend umzubauen. Doch als die Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" geringer ausfielen, musste eine abgespeckte Variante her (Volksstimme berichtete).

Dieses überarbeitete Konzept (Arbeitstitel "EW-Bau") ist nun fertig und wird in den kommenden Monaten seine Runden durch die Stadtratsausschüsse drehen. Wenn die Beratung in diesen Gremien abgeschlossen ist, entscheidet der Stadtrat endgültig im Juni darüber, ob der Stadtteiltreff in der jetzt vorgeschlagenen Version tatsächlich gebaut wird.

Zwei Jahre Bauzeit

Folgen die Räte dem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung, könnten bereits im Oktober dieses Jahres die Bagger anrollen und das alte Schulgebäude abreißen. Der Neubau würde dann noch zwei Jahre dauern.

Somit könnte das Kinder- und Jugendhaus "Oase", das derzeit noch im Brunnenhof sein Domizil hat, als Hauptnutzer im September 2013 einziehen. Vorausgesetzt, der Terminplan kann eingehalten werden. Neben der Jugendeinrichtung sollen auch das Stadtteilmanagement, die Wechselstube und andere Einrichtungen an der Pablo-Neruda-Straße neue Heimstätten in den zwei Etagen und im Kellergeschoss finden. Platz dafür ist dann auf 1700 Quadratmeter.

Circa 2,5 Millionen Euro stehen für den Neubau zur Verfügung. Die Fördermittelbescheide liegen vor und wurden im Haushalt für die Verwendung eingestellt. Durch die geringeren Mittel musste u.a. an den Freiflächen gespart werden. Deren Gestaltung beschränkt sich jetzt auf das Wesentlichste. Da die Stadt den Abriss der Grundschule "An der Klosterwuhne" perspektivisch ins Auge fasst, könnte die dann entstehende Freifläche jedoch dem Stadtteiltreff zugeschlagen werden.

Beim Neubau entstehen zwei winkelförmige Hauptgebäude, die durch einen niedrigeren Zwischenbereich verbunden werden. Hier befindet sich der Eingang des Stadtteiltreffs. Im nördlichen Gebäudeteil soll die "Oase" unterkommen, während der südliche Teil für die anderen Einrichtungen vorgesehen ist. Von allen Bereichen hat man direkten Zugang zu den Freiflächen. Auf dem Gelände sollen 28 Stellplätze für Pkw angelegt werden, vier davon behindertengerecht.

Kinderfreundlich

Sowohl die Kinderbeauftragte der Stadt, Katrin Thäger, als auch ein Behindertenbeauftragter haben die Pläne auf ihre Tauglichkeit für diese beiden Gruppen abgeklopft. Ergebnis: Keine Beanstandungen, der Stadtteiltreff wird komplett kinder- und behindertenfreundlich sein. Wickel- und Stillplätze, barrierefreie Zugänge und Aufzüge stellen dies u. a. sicher.