Bologna-Kritiker aufgepasst – die beiden Informatikstudenten Pascal Held und Matthias Trojahn haben ihr Masterstudium in Rekordzeit absolviert. Wie sie das geschafft haben und ob immer noch genügend Platz für die Freizeit geblieben ist, verrieten sie der Campus-Redaktion.

Magdeburg. Wir betreten ein lichtdurchflutetes Büro mit Grünpflanzen. Entsprechend einigen Vorurteilen würde man Pascal Held und Matthias Trojahn hier nicht vermuten, denn sie sind Informatiker und obendrein die ersten Masterabsolventen der Fakultät – und das schon vor Ende der Regelstudienzeit.

Von circa 200 Studenten, die im Wintersemester 2006 ihr Studium an der Fakultät für Informatik begonnen haben, sind sie die beiden ersten Absolventen. Und wie haben Pascal und Matthias das geschafft?

"Jedes Semester eine Vorlesung mehr und schon passt das!", antwortet der 24-jährige Pascal Held. Der gebürtige Erfurter hat seinen Abschluss sogar mit der Note 1,0 gemacht, "dafür hat er aber auch neun Tage länger als ich gebraucht", scherzt Matthias Trojahn. Er selbst bestand den Master mit einem respektablen Ergebnis von 1,1.

Trotz ihres schnellen und überdurchschnittlich guten Abschlusses haben es beide geschafft, neben ihrem Studium auch noch zu arbeiten. "Und ich war auch ein Semester in Melbourne", erzählt Matthias Trojahn. "Bologna-Kritikern können wir nur sagen: Ja, es ist möglich, alles in der kurzen Zeit zu packen!" Pascal Held schaut auf die beiden Computerbildschirme und zwinkert: "Und ja, wir haben geschlafen und sogar Zeit für unsere Freunde gehabt."

Sein Studium hat der junge Mann ganz bewusst an der Otto-von-Guericke-Universität begonnen. Um mit seiner Freundin an einem gemeinsamen Standort zu studieren, stellten sie eine individuelle Liste auf.

"Wir suchten eine gute Uni an der sie Mathematik und ich Informatik studieren kann. Wir stellten Pro und Contra von allen Hochschulen in Deutschland gegenüber. Tja, Magdeburg hat das Rennen gemacht", sagt Pascal und lächelt. Der 24-jährige Matthias bestätigt: "Richtig toll hier ist, dass der Masterstudiengang nach den eigenen Interessen ausgerichtet werden kann".

Jetzt wollen beide ihren Doktor machen. "Ich weiß noch nicht genau, was ich anschließend mache, ausschließen will ich aber nichts"’, sagt Matthias, der auch aus Magdeburg kommt. Sein Kommilitone Pascal sieht das genauso und fährt den Computer herunter.

Das Studium haben die beiden Informatiker zwar in Rekordzeit geschafft, aber beide wissen: Man sollte auch mal eine Pause an der frischen Luft machen.