Dreifachen Grund zum Feiern hatten am Sonnabend Olvenstedts Feuerwehrleute: Vor 125 Jahren wurde die "Freiwillige" im alten Bördedorf offiziell gegründet. Die Jugendfeuerwehr bringt es auf 20 Jahre, und die Abteilung für Kinder gibt es seit fünf Jahren. Das schönste Jubiläumsgeschenk? "Wir freuen uns auf unser neues Feuerwehrhaus, das 2012 gebaut werden soll", so Feuerwehrmitglied Wolfgang Möller.

Alt-Olvenstedt. Der Gastwirt Emil Schering war 1886 zum ersten Olvenstedter Feuerwehrchef gewählt worden. Verkündet wurde die Personalie mit einiger Verzögerung. Erst zwei Jahre nach der Gründungsversammlung erschien die Meldung im Königlichen Amtsblatt. Herausgefunden haben das Wolfgang Möller und seine Mitstreiter aus der Geschichtsabteilung der "Freiwilligen". "Löschtechnik gab es im Ort aber schon vor der offiziellen Feuerwehrgründung. Einer Familie, deren Anwesen am 17. Mai 1823 brannte, nutzte dies trotzdem nichts. Die Handspritze war gerade zur Reparatur in Magdeburg ..." Solche Geschichten kann Möller viele erzählen. Die interessantesten präsentierten Möller und Co. am Sonnabend zum "Tag der offenen Tür". Eine kleine Zeitreise zwischen Technikschau, Kuchenbasar, Spargelessen, Blaskapelle und Bastelständen.

Zur Löschwasserversorgung diente seit jeher der Teich in der Ortsmitte. Deshalb, so berichtet Möller, bauten die Olvenstedter zwischen 1887 bis 1890 hier auch ein Spritzenhaus für die Handdruckspritze, Mannschafts- und Wasserwagen. Das Gerätehaus war anfangs nicht mehr als ein größerer Schuppen und wurde erst nach und nach ausgebaut. Später zogen die Retter jedoch zum Hegewiesenweg und nutzten fortan die alte Gasanstalt, die bis heute als Feuerwehrhaus dient.

Die Gasanstalt war 1910 an der Hegewiese gebaut worden – ein damals moderner Klinkerbau mit drei großen Hallen. Als der Betrieb in den 1930er Jahren nicht mehr rentabel arbeitete, wurde er stillgelegt. Einen Teil des Gebäudes erhielt 1938 die Freiwillige Feuerwehr, den anderen Teil nutzte zunächst der Kindergarten.

Obwohl die alte Gasanstalt seit Jahrzehnten fest in Feuerwehrhand ist, spielt der Olvenstedter Nachwuchs hier immer noch eine große Rolle. Seit fünf Jahren gibt es sogar eine eigene Kinderfeuerwehr. Die Jugendabteilung blickt bereits auf zwei Jahrzehnte zurück.

"Das bedeutet aber nicht, dass es erst seit 20 Jahren Jugendarbeit bei der Olvenstedter Wehr gibt", so Jugendwartin Uta Siedentopf. "Die Wurzeln reichen bis zum Ende der 50er Jahre zurück." Die Jugendfeuerwehr sei nach der Wiedervereinigung und der Auflösung der Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer" ins Leben gerufen worden.

 

Bilder