Schierke - Auf und um den Gipfel des Brockens hat die Zahl der Noteinsätze der Wernigeröder Bergwacht den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht. 2013 mussten die Retter 16 Mal ausrücken, um unter anderem bei Unfällen von Wanderern oder Radfahrern zu helfen, sagte Rüdiger Bößert von der Bergwacht. 2012 seien es dagegen noch 28 Einsätze gewesen.

Als eine Ursache für diese positive Entwicklung bezeichnete er das milde Wetter im Frühjahr und Herbst, das beispielsweise wenig Glatteis verursachte.

Herz- und Kreislaufprobleme sind nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für die Hilfe der Bergwacht. Wanderer und Spaziergänger berücksichtigen die extremen Witterungsbedingungen auf dem 1141 Meter hohen Plateau nicht, die denen eines 3000 Meter hohen Berges in den Alpen entsprächen. Nach oft langer Anreise gönnen sie sich keine Ruhe und strapazierten die Leistungsfähigkeit der Körper über Gebühr. Den zweiten Platz nehmen Knochenbrüche ein.

Mountainbiker bleiben Sorgenkinder am Brocken, erklärte Bößert. Fast jeder zweite Noteinsatz gehe inzwischen auf ihr Konto. Diese Sportler stellten seit vielen Jahren teilweise ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar.

Bei der Talfahrt verlören manche von ihnen jedes Gefühl für die Geschwindigkeit. Auf der gut ausgebauten sogenannten Brockenstraße und auf dem einstigen Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen in Richtung Ilsenburg komme es immer wieder zu schweren Stürzen und Kollisionen mit Wanderern.

Bößert plädierte für mehr Vernunft und Einsicht bei den Bikern. Sie sollten vor allem auf einen guten technischen Zustand ihrer Rädern achten und Helm und Handschuhe tragen.

Außerdem empfiehlt er, bei Ausflügen auf den Brocken stet ein Handy mit aufgeladenem Akku dabei zu haben. Das erleichtert im Notfall die Alarmierung der Helfer. An den Wochenenden und zu Feiertagen seien sie über die Notrufnummer "0160-Brocken" direkt zu erreichen.

2013 gab es auf dem Brocken keinen Toten. Jedoch musste bei Elbingerode eine Leiche geborgen werden. Seit 1990 starben auf dem höchsten Harzgipfel insgesamt 25 Menschen.

Die Bergwacht ist auch bei Großveranstaltungen wie der Walpurgisnacht oder beim Herzgebirgslauf im Einsatz. Bis zu viermal im Jahr fallen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz Dienste am Wochenende an. Von den 63 Frauen und Männer beteiligen sich 39 aktiv an solchen Einsätzen.