Boston - Der letzte Auftritt in seiner ersten Saison in der National Football League war für Björn Werner nass und lehrreich. Im Dauerregen von Foxborough gab es für den Outside Linebacker und die Indianapolis Colts im Playoff-Viertelfinale eine 22:43-Lektion durch die New England Patriots.

"Das Ergebnis sagt alles. Die Patriots waren einfach das bessere Team", sagte Werner der Nachrichtenagentur dpa. Neben New England stehen auch die Seattle Seahawks nach einen 23:15-Heimsieg gegen die New Orleans Saints im Halbfinale.

Wie schon in der Vorwoche gegen die Kansas City Chiefs verschliefen die Colts erneut den Start und lagen nach acht Minuten mit 0:14 hinten. Gegen Kansas City schaffte Indianapolis trotz eines zwischenzeitlichen 10:38 noch einen sensationellen 45:44-Sieg. Die Patriots um Quarterback-Star Tom Brady hingegen ließen kein Comeback zu. "Ich wünschte, wir wüssten, warum wir uns immer solch ein tiefes Loch graben. Es ist halt schwer, gegen solch eine Offensive wie die der Patriots dann noch zurückzukommen", sagte Werner.

Vor allem New Englands LeGarrette Blount war von den Colts nicht zu stoppen. Der Runningback stellte im ersten Playoff-Spiel seiner Karriere mit gelaufenen 169 Yards und vier Touchdowns zwei Vereinsrekorde auf. "Das bedeutet mir sehr viel. Hut ab vor unseren Leuten in der Offense Line. Sie haben mir immer wieder den Weg freigeblockt", so Blount.

Aufgrund der widrigen Bedingungen setzten die Gastgeber vorrangig auf ihr Laufspiel. Die Colts hingegen vertrauten vor allem auf Quarterback Andrew Luck. Dem gelangen einige sensationelle Pässe über insgesamt 331 Yards Raumgewinn, allerdings endeten vier seiner Würfe auch in den Armen der Patriots-Verteidiger.

Trotz der klaren Niederlage war Werner insgesamt zufrieden mit seiner Premieren-Saison, in der er 15 der 18 Spiele absolvierte. "Nicht viele kommen im ersten Jahr ins Viertelfinale. Und deshalb bin ich froh, dass ich es mit diesem Team geschafft habe." Wie es in den nächsten Wochen für den 23-Jährigen weitergeht, ist noch unklar. Er wolle jetzt seinen Plan für die Saisonpause machen, sagte Werner. Gut möglich, dass er mit Ehefrau Denise in Berlin seine Familie besucht.

Im April beginnt bereits die Vorbereitung auf die nächste Saison. Dann wollen die Colts den nächsten Schritt machen, meinte Werner. "Wir waren unter den besten acht Teams, wissen jetzt, wie es sich anfühlt und können darauf in der kommenden Saison aufbauen."