Enstone - Der Formel-1-Rennstall Lotus wird mit einem neuen Teamchef in die kommende Saison starten. Der Franzose Eric Boullier gab den Posten nach vier Jahren ab. In einer Presseerklärung teilte Lotus mit, dass nun Miteigentümer Gérard Lopez auch noch als Teamchef arbeiten wird.

Spekulationen zufolge könnte Boullier zum britischen Traditionsrennstall McLaren wechseln. Das einstige Erfolgsteam will seinen Wagen im Internet präsentieren. Auffallend war, dass in den jüngsten Pressemitteilungen des Rennstalls Statements des eigentlichen Teamchefs Martin Whitmarsh fehlten.

Es wird angenommen, dass Chef Ron Dennis nach seiner Rückkehr in das Formel-1-Team das Amt neu besetzen könnte. Die Misserfolge insbesondere in der vergangenen Saison ohne einen einzigen Podestplatz scheinen zu schwer zu wiegen für Whitmarsh.

Denn auch Lotus hatte sich in der WM-Wertung noch vor das einstige Weltmeister-Team geschoben. Der Rennstall war mit Starpilot Kimi Räikkönen Vierter hinter Red Bull, Mercedes und Ferrari geworden. Der Finne verließ Lotus dennoch nach der Saison und kehrte zur Scuderia zurück. Räikkönen führte finanzielle Gründe für seine Entscheidung an; Lotus hat seit längerer Zeit wirtschaftliche Probleme. Ein Deal mit arabischen Investoren kam nicht zustande.

Neue Sponsoren sollen nun bei der Vorstellung des Autos bei den zweiten Testfahrten in Bahrain vom 19. bis 23. Februar präsentiert werden, kündigte Lotus in seiner Erklärung an. Durch die Besetzung des Teamchef-Posten mit Lopez soll die Rolle des Investmentunternehmens Genii gestärkt werden. Der luxemburgischen Gesellschaft gehört das Team, und Lopez ist dort Vorstandsmitglied. "Wir gehen mit einem innovativen Auto, neuen Partnern und einer neuen Management-Struktur in die neue Saison", sagte Lopez. "Wir danken Eric für seine harte Arbeit in den vergangenen vier Jahren und wir sind zuversichtlich, dass wir als eines der Top-Teams in der Formel 1 weiterkämpfen können."