Bratislava - Beim Abschlusstraining führte Teamchefin Barbara Rittner immer wieder kurze Einzelgespräche mit Angelique Kerber und Andrea Petkovic.

Hochkonzentriert schlugen die beiden deutschen Spitzenspielerinnen am Tag vor dem Fed-Cup-Viertelfinale in der Slowakei die Bälle über den blauen Betonboden der Aegon Arena in Bratislava. An diesem Wochenende soll es endlich mit der "Mission Halbfinale" klappen. Erstmals seit 1995 wollen sich die deutschen Damen wieder unter die besten vier Nationen der Tennis-Welt spielen.

"In diesem Viertelfinale ist alles komplett offen", sagte Rittner am Freitag nach der Auslosung im National Tennis Centre der slowakischen Hauptstadt. Gleich im Eröffnungsmatch an diesem Samstag muss Petkovic (Darmstadt/Weltranglisten-36.) bei ihrem ersten Fed-Cup-Einsatz seit fast zwei Jahren gegen Australian-Open- Finalistin Dominika Cibulkova (13.) ran. Anschließend spielt Deutschlands Nummer eins Kerber (Kiel/9.) gegen die erfahrene Daniela Hantuchova (30.).

Am Sonntag kommt es zunächst zum Top-Duell zwischen Kerber und Cibulkova. Für das vierte Einzel sind Petkovic und Hantuchova vorgesehen. Das abschließende und möglicherweise entscheidende Doppel bestreiten Julia Görges (Bad Oldesloe) und Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) gegen Hantuchova/Magdalena Rybarikova.

"Wir haben uns jetzt eine Woche lang gut vorbereitet, alle sind fit und gesund. Ich bin sehr gespannt, was passieren wird", sagte Rittner. Wie ihre Spielerinnen wirkte die Bundestrainerin angespannt und komplett auf das wohl denkbar schwerste Viertelfinale fokussiert. Unbedingt wollen die deutschen Damen das verhasste Etikett "Fahrstuhlmannschaft" loswerden. Endlich soll es erstmals seit 1995 wieder mit der "Mission Halbfinale" (Petkovic) klappen.

Bei einem Sieg vor 4000 Zuschauern in der wohl ausverkauften Halle wäre am 19./20. April Russland oder Australien deutscher Gegner im Halbfinale. Im Fall einer Niederlage müsste das Team in der Relegation gegen den Abstieg aus der Weltgruppe kämpfen.

"Ich bin definitiv angespannt", gab Petkovic zu. Die ehemalige Nummer neun der Welt vertraut zum einen ihrer wiedergewonnen Stärke vergangener Tage, hofft zum anderen aber auch ein wenig auf emotionale Schwächen ihrer Gegnerin. "Ich weiß, dass ich in der Lage bin, spielerisch mit Dominika mitzuhalten. Ich hoffe, dass ihr der Druck hier vor heimischem Publikum vielleicht ein bisschen zu viel wird und dass ich sie mental knacken kann", sagte die Hessin.

Cibulkova wurde nach ihrem überraschenden Endspiel-Einzug in Melbourne in ihrer Heimatstadt zuletzt wie ein Pop-Star gefeiert. Mehrere Stunden schrieb sie am Donnerstag in der Hotel-Lobby Autogramme. So ein bisschen hoffen sie im deutschen Team darauf, dass die slowakische Nummer eins vielleicht unter den großen Erwartungen ihrer Landsleute leiden könnte. "Es wird sehr interessant zu sehen, was mit Cibulkova passiert", sagte Rittner und äußerte hoffnungsvoll: "Wir müssen versuchen, die Welle der Euphorie zu durchbrechen."