Magdeburg - Die Hochwasserkatastrophe im vergangenen Sommer hat weit weniger Schäden angerichtet als zunächst befürchtet. Derzeit gehe man von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro in Sachsen-Anhalt aus, sagte der Leiter des Aufbaustabes, Burkhard Fieber, am Montag in Magdeburg. "Das ist immer noch eine gewaltige Schadenssumme", sagte Fieber. Kurz nach der Flut hatte das Land eine Summe von rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt. Anträge, auch von Privatleuten, könnten aber auch jetzt noch gestellt werden, sagte Vize-Leiter Theo Struhkamp.

Bund und Länder hatten bundesweit Hilfe von bis zu acht Milliarden Euro zugesagt. Die EU bewilligte weitere 360 Millionen Euro, von denen 105 Millionen Euro auf Sachsen-Anhalt entfallen. Betroffene können zudem auf Geld aus verschiedenen Spendentöpfen hoffen, wenn Versicherungen nicht zahlen und gleichzeitig die Förderkriterien des Bund-Länder-Fonds oder der EU nicht eingehalten werden können.

In Sachsen-Anhalt wurden bisher Anträge über rund 225 Millionen Euro Aufbauhilfe bewilligt, knapp 150 Millionen Euro davon wurden bereits ausgezahlt. Zuletzt gab die EU auch grünes Licht für staatliche Hilfe für Unternehmen. Inzwischen hat sie zudem eine Vorgabe, dass bei zerstörten Lagerbeständen von Firmen grundsätzlich 30 Prozent auf den Neuwert abgezogen müssen, revidiert. Jetzt ist ein kompletter Ersatz möglich, bereits ergangene Bescheide werden geändert.

Im Bereich der Hochwasserschäden an Wohngebäuden wurden bislang 2200 Anträge erfasst und in rund 1000 Fällen Geld ausgezahlt. Zusammen umfasst die Auszahlung bislang rund 18 Millionen Euro, beantragt sind rund 80 Millionen Euro. Damit wurden bei Wohngebäuden deutlich weniger Anträge auf Unterstützung gestellt als bei der Soforthilfe, die bereits kurz nach der Flut gezahlt wurde. Eine Erklärung könnte sein, dass in einer Reihe von Fällen die Soforthilfe bereits hoch genug war, die Schäden zu kompensieren.

Den größten Bereich umfassen die Hilfen für Kommunen, die damit ihre Infrastruktur wie etwa Straßen wieder fit machen. Hier wurde allerdings erst rund eine Million Euro ausgezahlt. Das Programm hat insgesamt ein Volumen von mehr als 400 Millionen Euro.

Das Hochwasser von Elbe und Saale hatte vergangenes Jahr großflächig ganze Regionen unter Wasser gesetzt. Deichbrüche am Zusammenfluss von Elbe und Saale sowie in Fischbeck setzten ganze Ortschaften unter Wasser.