München - Mit dem größten Millionen-Deal der Bundesliga-Geschichte hat der FC Bayern München neben der sportlichen Dominanz auch seine wirtschaftliche Ausnahmestellung weiter zementiert. Der Versicherungskonzern Allianz steigt als dritter Anteilseigner beim Champions-League-Sieger ein.

Die Partnerschaft spült den Münchnern 110 Millionen Euro in die Kassen, gaben der FC Bayern und die Allianz bekannt. "Für den FC Bayern ist dies heute ein großer Tag", sagte Bayern-Präsident und Aufsichtsratschef Uli Hoeneß einen Tag vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale beim Hamburger SV, wo der nächste Schritt auf der Münchner Titeljagd erfolgen soll. "Wir haben diese Entscheidung einstimmig im Präsidium und Verwaltungsbeirat des Vereins getroffen. Mit den drei bayerischen Unternehmen Allianz, Adidas und Audi ist der FC Bayern ein Triple-A mit seinen Partnern. Es ist ein Traum - wir sind sehr stolz darauf, zeigt dies doch die Stärke dieses Vereins."

Der Einstieg des Versicherungskonzerns hatte sich in den letzten Wochen bereits angedeutet. So hatte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge auf dem Sportsponsoring-Kongress Spobis in der vergangenen Woche in Düsseldorf die Beteiligung eines weiteren Investors in Aussicht gestellt. Die Allianz ist der dritte Anteilseigner nach dem Sportartikelhersteller Adidas (seit 2001) und dem Automobilhersteller Audi (seit 2009).

Adidas und Audi hielten bislang jeweils 9,1 Prozent der Anteile an der FC Bayern AG. Mit dem Einstieg des neuen Partners erfolgt eine Kapitalerhöhung, womit die drei Konzerne zukünftig jeweils 8,33 Prozent halten. Hauptanteilseigner bleibt satzungsgemäß der Stammverein mit 75 Prozent. "Der FC Bayern München stellt damit ein weiteres Mal die Weichen für eine solide, wirtschaftlich gesicherte Zukunft des Klubs", ergänzte Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen.

Auf Einkaufstour wollen die Münchner mit dem Geld aber nicht gehen. Das hatte Rummenigge bereits klargestellt. "Wenn wir so etwas machen, wird das in die Infrastruktur investiert, in Steine, nicht in Beine", sagte Rummenigge. Man werde keinen Messi holen. Demnach sollen die Zusatz-Einnahmen in das Stadion und in den geplanten Neubau des Jugend- und Nachwuchsleistungszentrums fließen. Das Stadion, an dem die Allianz die Namensrechte hält, wäre damit abbezahlt und der FC Bayern schuldenfrei.

Die Allianz-Arena war 2005 für rund 340 Millionen Euro fertiggestellt worden. Zunächst waren der FC Bayern und 1860 München zu jeweils 50 Prozent an der WM-Spielstätte beteiligt. Wegen finanzieller Schwierigkeiten verkauften die Löwen allerdings 2006 ihre Anteile an den deutschen Rekordmeister.