Magdeburg - Der Matchwinner der Füchse Berlin war eindeutig Silvio Heinevetter. Die starke Leistung des Nationaltorhüters offenbarte zugleich eine Schwäche des SC Magdeburg auf dieser Position. Heinevetter, der von 2005 bis 2009 im Magdeburger Kasten stand, gewann das Torhüter-Duell mit seinen 20 Paraden klar - und bescherte dem Gastgeber einen 27:24 (15:9)-Erfolg.

"Man hat gesehen, dass nach einem Sieg nicht gleich alles funktioniert", kommentierte Steffen Stiebler die Leistungskurve. Der neue Sportliche Leiter des SCM fügte hinzu: "Aber ich bin froh, dass wir nicht mehr gegen den FC Heinevetter spielen müssen - das war überragend." Gerrie Eijlers und Dario Quenstedt konnten da mit jeweils sechs parierten Bällen nicht mithalten. Der SCM hat bereits vor Wochen reagiert. In der kommenden Saison soll der dänische Auswahlhüter Jannick Green den SCM-Kasten "vernageln".

Der 33-jährige Niederländer Eijlers, der einen Vertrag bis 2015 besitzt, wird den Ex-Champions-League-Gewinner voraussichtlich verlassen. "Es sind ein paar Anfragen da. Aber es muss das Richtige dabei sein. Ins Ausland will ich lieber nicht gehen", sagte Eijlers. Beim Heimsieg gegen Hannover hatte er noch mit 18 gehaltenen Bällen - darunter vier Siebenmeter - glänzen können.

In Berlin spielte freilich auch die Abwehr nicht so richtig mit, ließ beide Keeper oft schlecht aussehen. "Wir hatten uns viel vorgenommen. Unverständlich, wie passiv und pomadig wir die erste Halbzeit angegangen sind", schimpfte der verärgerte Trainer Uwe Jungandreas: "Wir wollten über die Kampfschiene kommen, waren aber viel zu verhalten. Wir haben die Bälle zu lange gehalten oder zu schnell abgeschlossen."

Obwohl die Berliner auf ihren Spielmacher Bartlomiej Jaszka wegen Rückenbeschwerden verzichten mussten, kamen sie immer wieder in gute Wurfposition. Das andere SCM-Gesicht gab es dann in Halbzeit zwei. Es wurde aggressiver gedeckt und in der Abwehr schneller gearbeitet, auch Quenstedt angelte sich ein paar wichtige Bälle. Aber eigene Ballverluste verhinderten beim knappen 17:19-Rückstand (48.) eine Wende. Beim 23:25 (58.) verhinderte ein Stürmerfoul den Anschlusstreffer. Trotz besserer Personallage als in der Hinrunde bleibt der SCM in seinen Leistungen vorerst eine "Wundertüte".