Sotschi - Die deutschen Rodler wollen am sechsten Wettkampftag der Winterspiele von Sotschi ihr viertes Gold einfahren. Die Olympiasieger Felix Loch, Natalie Geisenberger und Tobias Wendl/Tobias Arlt starten als hohe Favoriten in die olympische Premiere des Staffel-Wettbewerbs.

Bei den anderen fünf Entscheidungen hat das deutsche Team bestenfalls Außenseiterchancen. Die deutschen Biathleten können sich im 20-Kilometer-Rennen für ihren verpatzten Start in die Olympia-Wettkämpfe rehabilitieren. Eissprinterin Jenny Wolf absolviert auf der 1000-Meter-Distanz ihr letztes Rennen bei Winterspielen. Die Langläuferinnen hoffen über 10 Kilometer im klassischen Stil ebenso auf eine Überraschung wie Ski-Freestyler Benedikt Mayr im Slopestyle-Wettbewerb. Bei den Shorttrackerinnen ist über 500 Meter keine Deutsche dabei.

Am bisher erfolgreichsten Tag der Spiele am Schwarzen Meer verbuchte das deutsche Team am Vortag zweimal Gold durch Kombinierer Eric Frenzel und die Rodel-Doppelsitzer Wendl/Arlt. Die Hoffnung von Aljona Savchenko und Robin Szolkowy auf Gold im Paarlauf erfüllte sich dagegen am Abend nicht. Die Chemnitzer wurden wie vor vier Jahren in Vancouver Dritte und mussten eine bittere Enttäuschung hinnehmen.

Nach zwei Stürzen in der "Nussknacker"-Ballettkür beendeten die Chemnitzer ihre olympische Karriere mit einer Bronzemedaille. Auch im dritten Anlauf blieb ihre Sehnsucht nach einem Sieg bei den Winterspielen unerfüllt. Die Russen Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow behielten nach der deutlichen Führung aus dem Kurzprogramm in der Kür die Nerven und feierten mit 236,86 Punkten den umjubelten Heimsieg. Durch Stürze von Szolkowy beim dreifachen Toeloop und von Savchenko beim dreifachen Wurfaxel verspielten die beiden sogar die Silbermedaille.

Dagegen stand der Olympiasieg von Wendl/Arlt im Doppelsitzer fast schon nach dem ersten Durchgang fest. Der Bayern-Express setzte den schier unglaublichen Olympia-Erfolgszug der deutschen Kufen-Asse fort und fuhr im dritten Rennen das dritte Gold ein. Wendl/Arlt beendeten damit zugleich die zwölf Jahre lange Flaute der deutschen Doppelsitzer. Mit 0,522 Sekunden fuhren sie den zweitgrößten Vorsprung in einer olympischen Doppelsitzer-Konkurrenz heraus.