Berlin - Mehrere ostdeutsche Bundesländer wollen nach einem "Spiegel"-Bericht eine Gleichstellung der Frauen in Ostdeutschland bei der Mütterrente erreichen. "Eine unterschiedliche Bewertung einer Erziehungsleistung nach der geografischen Herkunft ist den Betroffenen nicht mehr zu vermitteln", heißt es in einem Antrag, den die Thüringer Landesregierung am Freitag in den Bundesrat einbringen will.

Unterstützt wird die Initiative von Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. "Es darf für die Höhe der Rente keine Rolle spielen, ob man seine Kinder in Ost oder West großgezogen hat", betonte Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD).

Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig besser honoriert. Pro Kind gibt es von Juli an im Westen brutto etwa 28 Euro monatlich mehr, im Osten etwa 26 Euro. Grund ist das unterschiedliche Rentenrecht. Nach Schätzungen des Bundesarbeitsministeriums, auf die sich der "Spiegel" bezieht, würde die geforderte Ost-West-Angleichung rund 400 Millionen Euro zusätzlich kosten.