Indian Wells - Beim Tennis-Turnier der Favoritenstürze haben Roger Federer und Novak Djokovic in Indian Wells alle Stolpersteine erfolgreich übersprungen.

Allerdings hätten die Wege des Schweizers und des Serben ins Finale des mit 6,17 Millionen Dollar dotierten Masters in der kalifornischen Wüste unterschiedlicher kaum sein können. Federer fertigte im Halbfinale den Ukrainer Alexander Dolgopolow in nur 62 Minuten mit 6:3, 6:1 ab und blieb somit auch im fünften Match ohne Satzverlust.

Djokovic brauchte beim 7:5, 6:7 (2:7), 6:1-Erfolg in 2:24 Stunden über John Isner danach mehr Energie, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Erst als sich der lange Amerikaner mit muskulären Problemen herumplagte, hatte der Favorit leichteres Spiel. "Ich fühle mich nicht erschöpft, sondern muss ohnehin daran arbeiten, körperlich in Form zu kommen", gab sich Djokovic kämpferisch. Dennoch war in Indian Wells nicht zu übersehen, dass der Weltranglisten-Zweite noch längst nicht wieder in der Top-Verfassung der Vergangenheit ist. Dreimal musste der 26-Jährige über die volle Matchdistanz gehen.

Gegen Isner servierte er im zweiten Durchgang zweimal zum Matchgewinn, gab aber jeweils sein Service und letztlich noch den Satz ab. Um mental in Momenten wie diesen künftig stärker zu sein, hat sich der sechsmalige Grand-Slam-Gewinner Boris Becker an seine Seite geholt. Sein deutscher Teilzeittrainer wird ab kommender Woche beim Hartplatz-Turnier in Miami wieder an seiner Seite sein.

Gegen Isner schaffte es Djokovic im dritten Satz auch allein, "mich zu sammeln". Doch er war sich im Klaren, dass er sich im 33. Duell gegen Dauerrivale Federer am späten Sonntagabend (MEZ) steigern musste, um zum dritten Mal das prestigeträchtige Turnier zu gewinnen: "Gegen Roger weißt du, was auf dich zukommt."

Federer feierte den letzten seiner bislang 17 Siege gegen Djokovic Ende Februar in Dubai. In Indian Wells hatte er nur zu Turnierbeginn seinen Teilzeit-Coach Stefan Edberg dabei. Dann musste der Schwede zurück in die Heimat, wo er in Stockholm beim Turnier der ATP Champions Tour selbst aufschlug. Doch auch ohne Edberg spielt Federer, der des weiteren vom Schweizer Davis Cup-Kapitän Severin Lüthi betreut wird, so stark wie schon lange nicht mehr. "Vom Aufschlag her war das einer der besten Tage, und ich bin froh, dass es ausgerechnet heute so gut geklappt hat", meinte er nach dem Halbfinale.

Wie Djokovic und Becker geben auch er und Edberg sich genügend Abstand voneinander. "Wenn Stefan und ich zusammen sind, nutzen wir die Zeit effektiv. Aber wenn er weg ist, möchte ich, dass er sein Leben genießt", betont Federer. Bereits in Dubai hat er sich mit seinem einstigen Idol auf die Fortführung der Arbeit bis zum Jahresende geeinigt. Er sei sehr zufrieden und hoffe, dass es weiterhin positive Ergebnisse gebe, so der Gewinner von 17 Grand-Slam-Titeln.