Berlin - Die Jäger fordern ein bundesweites Konzept zum Umgang mit Wölfen, die zusehends in verschiedenen Regionen Deutschlands beobachtet werden. "Bei einem prognostizierten Zuwachs der Population von 30 Prozent pro Jahr brauchen wir dringend eine nationale Koordination", teilte der Deutsche Jagdverband am Freitag in Berlin mit. "Wölfe machen eben nicht vor Ländergrenzen halt." In einem Managementplan sollten etwa die Seuchenvorbeugung und das Vorgehen geklärt werden, wenn Tiere in Siedlungen auftauchen. Mittelfristig dürfe auch eine "Neueinstufung" des Wolfs in Artenschutzbestimmungen kein Tabu sein. Aktuell stehen Wölfe unter einem strengen Schutz.

Vor den Jägern hatten bereits Naturschützer ein nationales "Wolf-Kompetenzzentrum" gefordert, um bundesweit Daten zur Wolfspopulation zu erfassen und den Schutz der Tiere zu koordinieren. In Deutschland sind gut 25 Wolfsrudel und -paare bekannt. Die meisten Tiere siedelten sich von Polen aus in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg an. Allein 15 von ihnen leben laut Experten in der Lausitz. Wolfsattacken führen immer wieder zu hitzigen Debatten über eine Lockerung des strengen Schutzes oder Abschussgenehmigungen. In Sachsen wurden im vergangenen Jahr 21 Angriffe auf Nutztiere Wölfen zugerechnet, bei denen 50 Tiere getötet wurden.