Magdeburg - Die Opposition im Landtag hat einen massiven Unterrichtsausfall an den Schulen in Sachsen-Anhalt beklagt. Dabei legten Grüne und Linke allerdings völlig andere Zahlen vor als die Landesregierung. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) erklärte, die Unterrichtsversorgung sei auch künftig gesichert.

Die Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert sagte, der nicht regulär vertretene Unterrichtsausfall betrage an Gymnasien inzwischen rund eine Woche pro Schuljahr, an Grundschulen sogar zwei Wochen. Die Landesregierung müsse endlich eingestehen, dass ihr Personalkonzept gescheitert sei. "Alles andere ist ein Spiel mit der Zukunft unserer Kinder", sagte Dalbert in einer aktuellen Debatte.

Der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn sagte, Ende 2013 habe es an den Schulen im Land 14 100 Vollzeitstellen gegeben. Nach der Planung der Landesregierung seien es im Jahr 2019 nur noch knapp 12 600. Dies sei ein Rückgang um elf Prozent, obwohl die Schülerzahl in dieser Zeit um zwei Prozent steige.

Dorgerloh legte dagegen andere Zahlen vor. Ohne Streiks und Hochwasser habe es im vergangenen Jahr einen Unterrichtsausfall von zwei Prozent gegeben. Wenn ein Fach wegen Krankheit durch ein anderes Fach ersetzt und später nachgeholt werde, sei dies kein Unterrichtsausfall. "Die Unterrichtsversorgung für das kommende Schuljahr werden wir sicherstellen", versprach der Minister.

Zu Beginn des aktuellen Schuljahres habe die Unterrichtsversorgung bei 103 Prozent gelegen, sagte Dorgerloh. Wegen des kleinteiligen Schulnetzes und des hohen Altersdurchschnitts der Lehrer mit einem höheren Krankenstand ließe sich der Ausfall von Stunden aber nicht immer vermeiden. "Es ist aber auch nicht hilfreich, hier ein Horrorszenario zu malen", erklärte Dorgerloh.

Früher habe es einen Lehrerüberhang gegeben. Erst diese Woche habe man sich in der Koalition verständigt, auch zum kommenden Schuljahr 150 Lehrkräfte zusätzlich einzustellen. Dies sei auch ein Signal. "Im Blick auf die Einstellungsbedarfe in den weiteren Schuljahren werden wir uns bei den Beratungen zum Haushalt 2015/16 abstimmen", erklärte Dorgerloh.