Miami - Serena Williams hockte neben der gläsernen Titel-Trophäe und strahlte die Fotografen an. Mit der rechten Hand formte sie aus Zeige- und Mittelfinger das Victory-Zeichen, an der linken streckte sie alle fünf Finger in die Höhe.

Seht her, kokettierte die Ausnahme-Erscheinung im Damen-Tennis, das war mein siebter Streich. Durch einen 7:5, 6:1-Erfolg gegen die Chinesin Li Na gewann die Weltranglisten-Erste aus den USA am Samstag zum siebten Mal den Titel beim herausragend besetzten WTA-Turnier von Miami.

"Ich wollte hier unbedingt gewinnen, denn ich habe so viele Fans und Freunde hier und liebe es einfach, vor dieser Kulisse zu spielen", sagte Williams unter dem Jubel der 13 897 Zuschauer auf dem Centre Court. Im Vorjahr hatte sie mit ihrem sechsten Titel Steffi Graf in der ewigen Bestenliste von Key Biscayne überflügelt. Nun zog die 32-Jährige an Grafs Ehemann Andre Agassi vorbei, der den Hartplatz-Klassiker zwischen 1990 und 2003 insgesamt sechsmal gewonnen hat. In diesem Jahr qualifizierten sich Branchenprimus Rafael Nadal und Verfolger Novak Djokovic für das Herren-Finale.

"Ich denke, wir werden diese Veranstaltung in Serena-Williams-Turnier umbenennen", scherzte ESPN-Expertin Mary Joe Fernandez. Die 17-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Williams ist nun alleinige Rekordhalterin beim Event auf der Palmeninsel in der Bucht von Südflorida. "Als kleines Kind bin ich hergekommen und habe so viele großartige Profis gesehen. Jetzt eine von ihnen zu sein, ist wundervoll", sagte sie.

Immerhin zwei Stunden lang musste die Königin von Key Biscayne zuvor auf dem Hartplatz im Crandon Park schuften. Denn die Australian-Open-Siegerin Li Na war in ihrem ersten Miami-Finale zumindest einen Satz lang der Majestätsbeleidigung recht nahe. "Ich habe keinesfalls schlecht gespielt. Meine Taktik war in Ordnung und meine Leistung auch. Ich denke, es war ein ziemlich gutes Match", resümierte die Weltranglisten-Zweite trotz der Niederlage zufrieden.

Im ersten Satz hatte sie stark angefangen, nach zwei Breaks bei eigenem Aufschlag und einer 5:2-Führung sogar die Chance, den Durchgang zu gewinnen. Doch Williams blieb ruhig, kämpfte sich mit der Unterstützung der Fans zurück und wehrte einen Satzball ab. "Ich dachte nur, bleib\' irgendwie dran." Letztlich gelangen ihr drei Breaks nacheinander und nach 73 Minuten der Satzgewinn.

Im zweiten Durchgang lieferten sich beide Kontrahentinnen viele lange Ballwechsel. Li Na hatte durchaus ihre Chancen. Williams war jedoch vor allem mit ihrem ersten Aufschlag zu stark, ließ keine Breakmöglichkeiten zu und gewann auch das elfte von zwölf Duellen.

Bereits zum 40. Mal sollten sich am Sonntag Nadal und Djokovic gegenüberstehen. "Ich habe nur eine Chance gegen Novak zu gewinnen, wenn ich mein bestes Tennis spiele", sagte der Linkshänder aus Mallorca vor dem Endspiel. In der direkten Bilanz führte er 22:17.