Mönchengladbach - Der Hamburger SV hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Die Hanseaten verloren ihr Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach mit 1:3 (1:1).

Werder Bremen hat dagegen im zweiten Sonntagsspiel zum Abschluss des 28. Spieltags den Befreiungsschlag im Abstiegskampf geschafft. Durch den 2:1 (1:0)-Sieg im Nordderby in Hannover kletterte Werder auf Platz zwölf, 96 dagegen muss mehr denn je zittern. Hannover hat als Tabellen-13. weiterhin fünf Punkte Rückstand auf den VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz 16.

Das Slomka-Team war dem Europapokal-Aspiranten Gladbach mindestens 75 Minuten lang ebenbürtig. Eine gut organisierte Defensive, Zweikampfstärke und ein spielfreudiger Hakan Calhanoglu als Antreiber hatten den Norddeutschen die Hoffnungen auf den ersten Auswärtspunkt in diesem Jahr erhalten. Die Gäste waren durch Jacques Zoua (28.) sogar in Führung gegangen, Borussias Kapitän Filip Daems (37.) schaffte aber vor der Pause den Ausgleich durch einen im Nachschuss verwandelten Handelfmeter.

Der Doppelschlag von Raffael und Alvaro Dominguez in der 75. und 78. Minute sorgte dann für tiefe Depressionen bei den Hamburgern. "Das war sehr bitter", klagte Calhanoglu. "Nach dem 1:2 war die Sache erledigt. Wir sind zusammengebrochen. Wenn man da unten steht, hat man so ein Pech."

Zu allem Überfluss kommt nun wieder die Sorge um Torgarant Pierre-Michel Lasogga. Er musste wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden. Ob er am Freitag gegen Bayer Leverkusen dabei ist, ist offen. Kapitän Rafael van der Vaart versuchte, seinen Kollegen Mut zu machen. "Wenn wir so auftreten wie heute, sind wir auf einem guten Weg. Dann kommen die Punkte", sagte der Niederländer.

Bei den Gladbachern war die Erleichterung über den Sieg zu spüren. "Der HSV hat das sehr ordentlich gemacht", lobte Sportdirektor Max Eberl im TV-Sender Sky. "Gott sei Dank, dass wir das Spiel gewonnen haben." Als Tabellensechster hat die Borussia weiter Europa-League-Ambitionen. Zudem durften die Gladbacher einen zweiten Sieg an diesem Tag verbuchen: Sie gewannen das Tauziehen um Andre Hahn vom FC Augsburg. Der begehrte Stürmer erhält einen Vertrag bis 2018.

In Hannover hatte zunächst Szabolcs Huszti (43.) den Spielverlauf kurz vor der Pause auf den Kopf gestellt. Mit einem direkten Freistoß erzielte er das 1:0 für die bis dahin schwach agierenden Hausherren. Der Ausgleich gelang Bremens Francco di Santo (57.), ehe Prödl per Kopfball den wichtigen Sieg sicherte. "Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen", sagte Werder-Manager Thomas Eichin. "Wir haben Moral bewiesen", freute sich Kapitän Clemens Fritz.

Die Bremer spielten überraschend sicher und zielstrebig nach vorne. Auch kämpferisch bestimmten die Gäste über weite Strecken das Geschehen. Sebastian Prödl (8.), Kapitän Clemens Fritz (13.), Philipp Bargfrede (15.) und Eljero Elia (17.) vergaben guten Möglichkeiten. Hannover wirkte nach den beiden klaren Niederlagen gegen Hoffenheim und Dortmund völlig verunsichert, verlor fast jeden Zweikampf. Wäre Torwart Zieler nicht gewesen, wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre. 38 mal war er vor der Pause am Ball, mehr als jeder andere aus seinem Team.

Auf der anderen Seite war es Schlussmann Raphael Wolf, der beim Freistoß keine gute Figur machte. Huszti fand die Lücke in der schwach gestellten Mauer und traf ins rechte Eck. Trainer Tayfun Korkut hatte gefordert: "Entschlossener, leidenschaftlicher und aggressiver" als zuletzt aufzutreten.

Nach der Pause gab Hannover den Raum nicht mehr kampflos her. Deshalb kam Werder mit einem Konter zum Ausgleich. Elia hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt und auf di Santo geflankt. Und der Argentinier ließ Zieler keine Chance. Danach wurde das Spiel besser, Derby-Stimmung kam auf. Werder war näher dran am Führungstor, doch Di Santo (59.) vergab eine gute Möglichkeit nach einem Konter. Nach einer Junuzovic-Ecke traf dann aber Prödl zum umjubelten Bremer Sieg.