Landshut - Mit einem scherzhaft gemeinten Wunsch wandte sich Eishockey-Bundestrainer Pat Cortina nach der geglückten Testspiel-Revanche gegen Russland an seinen Kollegen.

"Ich wünsche Russland sechs gute Vorrundenspiele bei der WM. In dem einen müssen sie ja vielleicht nicht ganz so gut spielen", sagte der 49-Jährige gelöst. Cortina meinte Gruppenpartie sechs am 18. Mai, in der die deutsche Auswahl dem Rekordweltmeister mit Trainer Olegs Znaroks auf dem Eis in Minsk erneut begegnet.

3:0 gewann Cortinas Team in Landshut gegen das russische Ensemble, das ohne Superstar Alexander Owetschkin auflief. Nicht noch einmal ließ sich die deutsche Auswahl in der Anfangsphase so vorführen wie beim 2:4 in München zwei Tage zuvor. "Natürlich ist ein Sieg schön, aber wichtiger ist für mich die Leistung über 60 Minuten - und die hat gestimmt", bilanzierte ein zufriedener Cortina erleichtert.

So konnte der Samstagnachmittag als Mutmacher für die Weltmeisterschaft aufgefasst werden. Sehr zufrieden war der Coach mit seiner Defensive und seinem Debütanten auf der Torhüter-Position. "Grubauer war herausragend und ist definitiv ein Kandidat für die WM", lobte Cortina nach dem Erfolg, den Yasin Ehliz (15.), Felix Schütz (25.) und Yannick Seidenberg (60.) herausschossen.

Philipp Grubauer ließ bei seinem ersten Auftritt im zweiten Match gegen den 26-maligen Weltmeister keinen Puck an sich vorbei und parierte einige Male glänzend. Der 22-Jährige stand in dieser Saison auch schon im Tor des NHL-Teams Washington Capitals, spielte zuletzt aber wieder für die Hershey Bears in der zweitklassigen AHL.

Wie die beiden anderen AHL-Profis Tobias Rieder und Marcel Noebels ergänzte er unter der Woche das von zahlreichen Absagen geschwächte deutsche Team. "Man muss Philipp Grubauer schon hervorheben. Ich spiele schon in Nordamerika nicht gerne gegen ihn. Heute hat man gesehen, warum", meinte Noebels.

Die Russen haben nach ihrem blamablen Abschneiden bei den heimischen Winterspielen in Sotschi einiges gutzumachen. In Landshut fehlte dem großen Favoriten nach anstrengenden Trainingseinheiten für die Weltmeisterschaft vom 9. bis 25. Mai auch die Kraft. "Man hat gesehen, dass Russland müde war", räumte Cortina ein. Auch sein Team leistet derzeit viel Vorbereitungsarbeit. Weniger als zwei Wochen bleiben für die WM-Form.

Zwei Testspiele stehen bis zum Flug nach Weißrussland noch an. Für das Kräftemessen in Mannheim mit der Schweiz am Freitag soll kein Spieler den Kader verlassen müssen. Im Vorbereitungsendspurt könnten zudem Profis der beiden Finalisten der Deutschen Eishockey Liga hinzukommen. Rund ein halbes Dutzend Ingolstädter oder Kölner sieht Cortina als Kandidaten. "Wir müssen jetzt hart weiterarbeiten", forderte Routinier Schütz. "Es haben beim Gegner einige Akteure gefehlt. Bei der WM wird das schon anders aussehen." Das erste Spiel der Deutschen in Minsk steht am 10. Mai gegen Kasachstan an.