Tokio - Deutschlands Tischtennis-Asse haben mit einem perfekten Start ihre Ambitionen bei der Team-WM in Tokio unterstrichen. Die Herren waren beim 3:0 gegen Singapur hellwach, auch die Damen starteten mit einem 3:0 gegen Kroatien in das einwöchige Turnier.

"Das war ein guter erster Schritt, aber wir haben noch einen weiten Weg zu gehen", erklärte Rekord-Europameister Timo Boll. Er hat wie Bundestrainer Jörg Roßkopf das WM-Finale am 5. Mai als Ziel ausgegeben. Als Gegner wird dort Titelverteidiger und Rekordweltmeister China erwartet. Auch die Chinesen erwischten beim 3:0 gegen Außenseiter Brasilien den erwarteten Auftakt nach Maß.

Der 33 Jahre alte Boll, um dessen Leistungsstand es wegen einer längeren Pause einige Rätsel gab, hatte die schwierigste Aufgabe zu lösen. Der Rekord-Europameister bezwang im Auftakteinzel Gao Ning nach Anfangsproblemen mit 3:1. Singapurs Spitzenspieler hatte Boll zuletzt besiegt, entsprechend konzentriert und kampfstark agierte der Ausnahmespieler von Borussia Düsseldorf.

"Wenn man Gao Ning schlägt, ist das für die Mannschaft die halbe Miete", sagte Boll. Der souveräne Europameister Dimitrij Ovtcharov und WM-Nachrücker Steffen Mengel konnten befreit aufspielen. "Timo und Dima haben super vorgelegt", bedankte sich Mengel, der bei seiner ersten Team-WM mit einem 3:1 gegen Nachwuchsmann Chew den Schlusspunkt setzte.

"Das erste Spiel bei einer WM ist immer schwierig, das Team hat die Aufgabe gut gelöst", bilanzierte Roßkopf. Der Coach muss weiterhin auf den erkrankten Patrick Baum verzichten. Der Düsseldorfer soll nach einem Arztbesuch entscheiden, ob er noch nach Japan reist. Gegner im zweiten Gruppenspiel ist am Dienstag Dänemark mit Ex-Europameister Michael Maze. Er kann an einem guten Tag auch Boll und Ovtcharov bezwingen.

"Das 3:0 täuscht etwas. Wir hatten schwer zu kämpfen", sagte Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp. Die frühere Europameisterin Jiaduo Wu (Metz/Frankreich) lag bereits 0:2 zurück, gewann aber dennoch. Petrissa Solja (Linz/Österreich) und Kristin Silbereisen (Berlin) holten die restlichen Punkte. Die zuletzt sehr spielstarke Berlinerin Irene Ivancan pausierte. "Wir werden hoffentlich für jeden Gegner die richtige Aufstellung und Taktik wählen", sagte Schöpp mit Blick auf die Doppel-Aufgabe gegen die Ukraine und Tschechien am Dienstag.